Die Geschichte des SNF
Vor der Gründung des SNF war - typisch föderalistisch - jeder Kanton für die Forschung in seinen Instituten und Universitäten verantwortlich. Dieser gelebte Föderalismus führte jedoch dazu, dass die Forscher vollständig von den kantonalen Regierungen und Finanzen abhängig waren. Dies entmutigte viele Forschende und veranlasste Sie dazu ins Ausland zu gehen, wo sie in den Genuss umfangreicher, national geregelter Finanzhilfe kamen. Was noch dazu kam war, dass nach dem zweiten Weltkrieg die wissenschaftliche und technologische Forschung vor allem in den wichtigsten Krieg führenden Ländern der Schweizer Forschung bereits weit überlegenen war. Alarmstimmung herrschte, und nur eine grosse nationale Anstrengung schien geeignet, das Absinken der Schweiz ins Mittelmass zu verhindern. Aus dieser Besorgnis heraus ist der SNF entstanden.
1948 rief der Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Naturwissenschaften, Alexander von Muralt, eine Kommission ins Leben, die sich für die Schaffung eines nationalen Wissenschaftsfonds einsetzte. 1952 wurde dieses Projekt schließlich vom Parlament gutgeheißen und der Schweizerische Nationalfonds als Stiftung gegründet.
Zu Beginn seiner Tätigkeit im Jahr 1953 stand dem SNF ein Jahresbudget von 4 Mio. Franken zur Verfügung, 25 Jahre später belief sich dieser Betrag auf 126 Mio. Franken und 50 Jahre nach der Gründung waren es 400 Mio. Franken.
Gefahren für die Schweizer Forschung
Als Alexander von Muralt 1968 von seinem Amt als Präsident des Forschungsrates des Schweizerischen Nationafonds zurücktrat, betonte er, der SNF müsse dafür sorgen, dass "die Schweiz im Orchester der Forschung auch in Zukunft ein beachtetes und geschätztes Instrument spielen kann."
Diese Aufgabe ist jedoch nur schwer zu erfüllen. Viele junge und talentierte Schweizer Forschende wandern in andere Länder ab, in denen sie mehr Möglichkeiten haben. Während z. B. die US-Universitäten immer mehr Geld für Forschungseinrichtungen erhalten, müssen wissenschaftliche Institutionen in der Schweiz seit Jahren mit einem praktisch gleich bleibenden Budget auskommen.
Von dem so genannten "Brain Drain" sind nicht nur junge Forscher/-innen betroffen. Sogar der Chemie-Nobelpreisträger von 2002 Kurt Wüthrich wird wegen der in der Schweiz geltenden Altersbeschränkung nach seiner Pensionierung in die USA auswandern, um weiterhin auf hohem Niveau Forschung zu betreiben.
Damit nicht alle talentierten Forscher/-innen abwandern, versucht der SNF, Unterstützung für neue Forschungsgebiete zu erhalten. Außerdem gibt es ein Programm für Förderungsprofessuren, welche die Rückkehr von jungen, viel versprechenden Forschenden in die Schweiz begünstigen. Auch der Schweizerische Wissenschaftsrat, der den Bundesrat in Fragen der Wissenschaft berät, ist bemüht, der Abwanderung der Jungforscher/-innen entgegen zu wirken, indem er ein 9-Punkte-Programm verabschiedet hat, das der Forschung wieder auf die Sprünge helfen soll.
Externe Links
- Geschichte des SNF Schweizerischer Nationalfonds
- Schweizerischer Wissenschafts- und Technologierat SWTR Grundlagen und Empfehlungen für die Schweizer Wissenschaftspolitik
