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Wissenschaft

Biologie und Medizin

Viele Hoffnungen von Querschnittgelähmten ruhen auf den Forschungen des Zürcher Neurobiologen Martin Schwab, der sich in der Hauptsache der Regeneration von Nervenfasern widmet.

Schwab, ist es gelungen, Nervenzellen von Ratten zu regenerieren. Die Experimente, die seit längerer Zeit auf diesem Feld der neurobiologischen Forschung getätigt werden, machen zahlreichen Rückenpatienten in aller Welt berechtigte Hoffnungen. Tatsächlich behauptet Reeve, dass die Arbeiten von Schwab und anderen europäischen und nordamerikanischen Neurowissenschaftern ihm eines Tages erlauben werden, seine verloren gegangenen physischen Fähigkeiten wie Atmen und Gehen wiederzuerlangen.

Der bisher größte Durchbruch Schwabs erfolgte 1988. Bis dahin glaubte man, dass sich die Wirbelsäule, wenn sie einmal beschädigt ist, nie wieder regenerieren könne, weil sie im Gegensatz zu anderen Körperteilen keine «stimulierenden Nervenwachstumsfaktoren» besitzt.

Schwab fand heraus, dass wachstumshemmende Proteine dafür verantwortlich sind, dass sich die Nervenzellen der Wirbelsäule nicht regenerieren können.

1990 gelang es ihm, die wachstumshemmende Funktion dieser Proteine auszuschalten, worauf die Wirbelsäule der Versuchsratte erneut zu wachsen begann. Anstelle einer komplizierten Operation injizierte er dem Versuchstier Antikörper, die diese Proteine eliminierten.

Weitere vier Jahre brauchte Schwab, um dieser Antikörperinjektion ein neu entwickeltes Medikament beizufügen, das sich wachstumsfördernd auf die Nervenmasse auswirkte.

Die wissenschaftliche Forschungsarbeit Schwabs steht in der Tradition schweizerischer Innovationen auf dem Forschungsfeld der Neurobiologie.