Banken und Finanzinstitute
Die schweizerischen Banken und Finanzinstitute sind eine der tragenden Säulen der Schweizer Wirtschaft. Der Schweizer Franken gehört zu den stabilsten Währungen weltweit. Der schweizerische Devisen- und Kapitalmarkt zählt zu den bedeutendsten, und die beiden Grossbanken UBS und Crédit suisse werden weltweit zu den Branchenleadern gerechnet.
2009 zählte der Bankensektor rund 121’000 Vollzeitstellen in der Schweiz; das sind knapp 4% aller in der Schweiz Beschäftigten. Der Bankensektor wirkt sich jedoch auch indirekt erheblich auf die Beschäftigung in anderen Sektoren aus. Überdies beschäftigen die schweizerischen Grossbanken mehrere Tausend Mitarbeiter im Ausland.
Im Bereich „Offshore Private Banking“, d. h. der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung für Privatkunden, belegen die Schweizer Banken den Spitzenplatz. 2007 verwalteten sie knapp 27% des gesamten ausserhalb des Herkunftslandes investierten Privatvermögens. Der Bereich „Offshore Private Banking“ steuert mehr als einen Drittel zum Gewinn der beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse bei.
Zwei Grosse dominieren
Ende 2008 zählte man 327 Bankinstitute in der Schweiz, darunter auch die Filialen von ausländischen Instituten. Auf dem schweizerischen Bankenplatz sind zwar zahlreiche Akteure tätig, doch ist auch eine starke Konzentration festzustellen: die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse beanspruchen bei den Depotgeldern und Krediten einen Anteil von über 30% auf dem nationalen Markt für sich. Die aggregierte Bilanz der beiden Unternehmen beträgt rund das Sechsfache des Bruttoinlandproduktes der Schweiz.
Kantonalbanken
Die Kantonalbanken stellen ein eigenständiges Element des schweizerischen Bankenwesens dar. Sie sind 24 an der Zahl, d. h. eine Kantonalbank pro Kanton, mit Ausnahme der Kantone Solothurn und Appenzell Ausserrhoden. Es handelt sich um Staatsbanken, die sich mehrheitlich oder vollständig im Besitz des Kantons befinden. Historisch gesehen lag ihre Aufgabe darin, die Wirtschaft ihres Kantons durch die Vergabe von günstigen Krediten zu stärken und zu verteidigen. Auch heute noch beschränkt sich ihr Tätigkeitsfeld im Allgemeinen auf ihren Heimatkanton, doch sind sie auf nationaler Ebene miteinander verbunden.
Privatbanken
Einige Privatbanken sind zum Teil bereits seit mehreren Jahrhunderten in der Schweiz ansässig, die ältesten bestehen seit dem 17. Jahrhundert. Der Privatbankier haftet unbeschränkt für sein Unternehmen; geht dieses Konkurs, könnte er dabei sein gesamtes Privatvermögen verlieren. Durch die Marktentwicklung im Bankensektor sehen sich die Privatbanken einer vermehrten Konkurrenz durch die Grossbanken ausgesetzt, die heute ähnliche Dienstleistungen anbieten.
Genossenschaftlich organisierte Banken
Ergänzt wird die schweizerische Bankenlandschaft schliesslich durch ein Netz von genossenschaftlich strukturierten Banken nach dem Modell der Raiffeisen Banken, die rund 350 lokale Geschäftsstellen zumeist in den kleineren Städten und in ländlichen Regionen betreiben. Jede Geschäftsstelle ist rechtlich unabhängig und genossenschaftlich organisiert: ihre Mitglieder sind an den Entscheidungen der Bank beteiligt und mitverantwortlich für deren Geschäfte.
Islamische Bank
2006 wurde in Genf die erste islamische Bank eröffnet. Sie ist in erster Linie auf eine begüterte ausländische islamische Kundschaft ausgerichtet und bietet ihr eine Vermögensverwaltung entsprechend den Grundsätzen der islamischen Religion an. Mehrere traditionelle Schweizer Banken unterhalten ebenfalls Niederlassungen im Nahen Osten, wo sie ihren Kunden vergleichbare Dienstleistungen anbieten.
Externe Links
- Die Banken in der Schweiz 2008 Schweizerische Nationalbank
- Bankengruppen Schweizerische Bankiervereinigung
- Der Privatbankier Vereinigung Schweizer Privatbankiers
- Porträt der Kantonalbanken Gruppe der Kantonalbanken
- Raiffeisen gestern und heute Raiffeisen Gruppe
- Die erste schweizerisch-islamische Bank Faisal Private Bank
- Banken Historisches Lexikon der Schweiz

