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Armut in der Schweiz

Armut an den reichsten Orten der Schweiz: gratis Essensausgabe in Zug

Armut an den reichsten Orten der Schweiz: gratis Essensausgabe in Zug© Julie Hunt / swissinfo

Arm sein heisst in der Schweiz: nicht haben können, was für die anderen selbstverständlich ist. Die offizielle Armutsgrenze lag 2005 bei 2'200 Franken Monatseinkommen für einen Einpersonenhaushalt und bei 4'600 Franken für eine Familie mit zwei Kindern.

Gemäss den Erhebungen leben 8.5% der Schweizer Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Davon sind in erster Linie kinderreiche Familien, alleinerziehende Elternteile, Arbeitslose, selbstständig Erwerbende sowie schlecht ausgebildete oder ältere Menschen betroffen. Die regionalen Unterschiede sind ebenfalls gross: Im italienischsprachigen Kanton Tessin beispielsweise gibt es doppelt so viele Familien mit kleinem Einkommen wie im Kanton Zürich.

Gemäss einer Untersuchung der UNO-Kinderorganisation UNICEF, die im Jahr 2005 in 26 Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt wurde, leben 6,8% der Schweizer Kinder in Armut. Eine Familie wird als arm definiert, wenn sie weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens ihres Landes verdient. Gemäss dieser Untersuchung schneidet die Schweiz damit im internationalen Vergleich gut ab: Nur gerade in Skandinavien gab es weniger Kinder, die von Armut betroffen waren. In Deutschland und Österreich waren dies 10,2%, in Japan 14,3%, in Italien 16,6% und in den USA lebten gemäss dieser Studie gar 21,9% der Kinder in Armut.

'Working Poor'

Arbeit zu haben bedeutet auch in der Schweiz nicht automatisch, dass man genügend Geld hat. Gemäss den Erhebungen des Bundesamtes für Statistik BFS gehörten 2005 in der Altersgruppe 20 – 59 Jahre 4.2% zu den so genannten 'Working Poor', also zur Gruppe der Menschen, die zwar eine Stelle haben, jedoch unter der Armutsgrenze leben. Zum Vergleich: 2004 betrug diese Zahl noch 4.5%. Der Anteil solcher 'Working Poor' war Mitte der 90er Jahr steil angestiegen, seit 2000 ist aber ein genereller Abwärtstrend zu verzeichnen.

Sozialhilfe

Sozialhilfe steht in der Schweiz all jenen Personen zur Verfügung, welche andernfalls unter dem Existenzminimum leben müssten. Gemäss Bundesamt für Statistik BFS bezogen 2005 rund 3.3% der Bevölkerung solche Unterstützungsleistungen. Die Erhebung zeigte auch, dass der Anteil dieser Personen in urbanen Regionen mit 5% recht hoch ist, während er in ländlichen Gebieten nur 1.4% beträgt.

Den grössten Teil der Sozialhilfebezüger stellen alleinerziehende Elternteile sowie schlecht oder gar nicht ausgebildete junge Menschen. Der Anteil ausländischer Sozialhilfebezüger beträgt 43.8%.

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