Freiheitsbäume
Die Idee der Freiheitsbäume wurde von der Französischen Revolution übernommen und von der Maibaum-Tradition beeinflusst.
In Cully (Kanton Waadt) steht ein Freiheitsbaum, der vor rund 200 Jahren gepflanzt wurde, als französische Truppen in die Schweiz einfielen. Die Eindringlinge vertrieben die reaktionären Herrscher und reorganisierten das politische System im Sinne von "Freiheit, Brüderlichkeit und Gleichheit".
Bereits bevor Napoleon die Schweiz erobert hatte, gab es einige Freiheitsbäume. Einen richtigen Boom erlebten sie jedoch erst zur Zeit der französischen Besetzung: die neuen Herrscher veranlassten, dass in jeder Stadt ein Freiheitsbaum gepflanzt oder zumindest ein baumähnlicher Pflock eingeschlagen wurde.
Diese Freiheitsbäume wurden mit Fahnen und einem grünen Hut geschmückt und dienten als Treffpunkt für Bürgereidfeiern und zur Bekanntmachung von Gesetzen. Für viele Schweizerinnen und Schweizer standen die Bäume deshalb nicht als Symbol für Freiheit, sondern für Fremdherrschaft. Es ist deshalb nicht weiter erstaunlich, dass die Freiheitsbaum-Tradition nach dem Abzug der Franzosen 1813 weitgehend wieder verschwand.


