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Umweltschutz

Gebietsfremde Pflanzen und Tiere

Der weltweite Personen- und Güterverkehr bringt Organismen in die Schweiz, die hier natürlicherweise nicht vorkommen. Einige dieser eingeführten Arten sind problematisch, weil sie Mensch und Natur erheblich schädigen können. Dabei spielen sowohl Verdrängung wie auch die Schädigung durch eingeschleppte Krankheiten eine Rolle. Das Einschleppen gebietsfremder Arten geschieht – im Gegensatz zur Einfuhr - nicht immer wissentlich.

Zusätzlich profitieren einige dieser eingeschleppten Pflanzenarten von den wärmeren Temperaturen im Zuge des Klimawandels, da ihr Wachstum und ihre Verbreitung dadurch begünstigt werden. Bei der Einfuhr von Tieren kann es ebenfalls zu einer unerwünschten Verbreitung kommen, wenn die eingeführten Tiere ihren Besitzern entweichen oder ausgesetzt werden.

Invasive Arten

Zu den unerwünschten problematischen Pflanzenarten zählt beispielsweise der hochgiftige Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum). Sein natürliches Verbreitungsgebiet liegt im Kaukasus und im Südwesten Asiens. Beim Riesen-Bärenklau stellt man fest, dass er in seinem bevorzugten Umfeld zwar eine vergleichsweise geringe Artenvielfalt aufweist. Da er vorzugsweise an Standorten gedeiht, welche für bedrohte Arten kaum attraktiv sind, ist er für diese jedoch weniger gefährlich. Bedeutsamer ist allerdings seine toxische Wirkung: Schon bei kurzem Kontakt mit der Haut, insbesondere bei Sonnenlicht, kann es zu grossflächiger entzündlicher Blasenbildung kommen und es können Verbrennungen ersten bis zweiten Grades ausgelöst werden (phototoxische Reaktion). Fieber und Störungen des Atemsystems sind ebenfalls bekannt, da die Pflanze bei Hitze giftige Gase abgibt. Auch der Saft der Pflanze ist ausserordentlich gefährlich, da er durch die Kleidung auf die Haut dringen kann und die gleichen Symptome auslöst.

Ein weiterer problematischer Gast ist das Beifussblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia); es stammt ursprünglich aus Nordamerika und breitet sich in der Schweiz in den Kantonen Tessin und Genf aus. Die Pflanze kann beim Menschen durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit dem Blütenstand, heftige allergische Reaktionen wie Heuschnupfen und Asthma auslösen.

Zu den invasiven Tierarten zählt das Amerikanische Grauhörnchen (Sciurus carolinensis), welches auf dem Vormarsch aus Italien in Richtung Norden ist. Das Grauhörnchen verursacht grosse Schäden an Laubbäumen, welche nicht nur auf sein Fressverhalten, sondern auch auf einen von ihm eingeschleppten Pflanzenvirus zurückzuführen sind. Das Grauhörnchen hat das einheimische Eichhörnchen in einigen Gebieten Europas bereits verdrängt, da es grösser und vermehrungsstärker ist als seine hiesigen Verwandten.

Der aus Nordamerika stammende Signalkrebs (Pacifastacus leniusculus), ein Flusskrebs, dessen Fleisch als Delikatesse gilt, wurde in der Schweiz erstmals 2001 gemeldet. Der Signalkrebs ist unempfindlich gegen die Krebspest, selbst aber Überträger der Krankheit, und gefährdet so die einheimischen Arten.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine ursprünglich in den südostasiatischen Tropen und Subtropen beheimatete Stechmückenart. Sie gilt als Überträgerin von viralen Krankheiten wie Chikungunya und Dengue-Fieber und wurde in der Schweiz erstmals 2003 registriert.