Offizielles Schweizer Informationsportal

Your Gateway to Switzerland

Swatch

Porträit von Nicolas G. Hayek, der als Markenzeichen oft mehrere Armbanduhren gleichzeitig trägt (in neuem Fenster)

Nicolas G. Hayek, Mitbegründer und Verwaltungspräsident der Swatch Group, Biel© Swatch

Eine silberfarbene Swatch-Uhr aus der Herbstkollektion 2005 (in neuem Fenster)

Das Modell Escalator - eine Swatch-Uhr aus der Herbstkollektion 2005, mit Stoppuhr und Datumsanzeige.© Swatch

Goldene Herren-Luxusuhr von Breguet (in neuem Fenster)

Modell ''La Tradition Breguet'', 2005© Breguet

Der Name ‚Swatch' dominiert heute die Schweizer Uhrenindustrie. Entstanden ist dieses Unternehmen zu einem Zeitpunkt, als die Schweizer Uhrenindustrie schwer angeschlagen war, da sie den Anschluss an die Quarztechnologie verpasst hatte und die einheimischen Produkte von billigen, jedoch präzisen Uhren aus dem Fernen Osten verdrängt wurden.

Dem Innovationsgeist von Swatch-Gründer Nicolas Hayek ist es zu verdanken, dass sich die Schweizer Uhrenindustrie wieder erholen konnte.

Swatch steht für fröhliche Modeuhren, die so preiswert sind, dass man sich – je nach Jahreszeit oder Laune - mehr als ein Exemplar leisten kann.

Swatch ist auch im Besitz verschiedener Schweizer Markennamen, welche die gesamte Palette von Billig- bis Luxusuhren abdecken.

Die Swatch Group mit Hauptsitz in Biel (Kanton Bern) kontrolliert wertmässig etwa einen Drittel des Weltmarktes für Uhren. Die Firmen der Swatch Group produzieren neben kompletten Uhren auch Einzelteile. Die ETA SA Fabriques d'Ebauches in Grenchen (Kanton Solothurn) gehört zu den weltweit führenden Herstellerinnen von Uhren-Komponenten. Der grösste Teil wird in der Schweiz, ein kleinerer Teil in den USA und China produziert.

Swatch ist an vielen internationalen Sportanlässen verantwortlich für die Zeitmessung (z.B. Olympische Sommerspiele in Athen 2004 und in Bejing 2008). Daneben befassen resp. befassten sich Firmen der Swatch Group auch mit Mikromechanik und der Autoproduktion.

Geschichte der Swatch

Der Grundstein zur Swatch-Gründung wurde 1983 gelegt. Damals sahen die beiden grössten Schweizer Uhrenhersteller, die ASUAG und die SSIH ein, dass nur drastische Massnahmen den Verkauf von so prestigeträchtige Uhrenmarken wie Longines, Omega und Tissot an ausländische Firmen verhindern konnten.

Gemeinsam luden ASUAG und SSIH Nicolas Hayek, den CEO der Wirtschaftsberatungsfirma Hayek Engineering ein, ihre Unternehmen unter die Lupe zu nehmen. Unter verschiedenen Protesten schlug Hayek einige grundlegende Reformen vor und schloss die ASUAG und die SSIH zu einem Unternehmen unter dem Namen SMH (1998 wurde SMH in Swatch umbenannt) zusammen. Hayek und seine Partner aus verschiedenen Schweizer Unternehmen übernahmen die Mehrheit der Aktien, Hayek selbst wurde CEO der SMH, und die Produktion und Vermarktung der neuen Uhren konnte beginnen.

Technologie und Marketing

Für Hayek standen immer in erster Linie das Produkt und das Umfeld des Produkts im Mittelpunkt, s.h. nur wenn Produktion und Marketing eng zusammenarbeiten, kann das Produkt erfolgreich verkauft werden.

Anfang der 1980er-Jahre wurde klar, dass die Schweizer Uhrenindustrie u.a. in Schwierigkeiten geraten war, da sie sich ausschliesslich auf die Produktion und den Vertrieb von Luxusuhren konzentriert hatte. Für Hayek war jedoch auch klar, dass diese Topnamen trotz der Absatzkrise weiterhin wichtig waren. Es musste ergänzend eine Lösung gefunden werden, damit auch weniger kaufkräftige Kundschaft Schweizer Produkte erwarb.

Genau diese Bedingungen erfüllte die neue Plastikuhr unter dem Namen ‚Swatch'. Während traditionelle Uhren rund 90 Einzelteile enthielten, die aufwändig zusammengesetzt werden mussten, bestand die Swatch aus lediglich 51 Komponenten, die von Robotern an einem einzigen Fliessband zusammengesetzt werden konnten. Deshalb war es möglich, diese hochpräzisen Uhren zu einem günstigen Preis (zwischen 39 und 50 Franken) anzubieten und so auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein.

Die Swatch war bereits kurz nach ihrer Lancierung erfolgreich – zuerst in der Schweiz und anschliessend in den USA. Sie wurde als Modeaccessoire vermarktet: alle sechs Monate kam ein neues Design auf den Markt. In den ersten 21 Monaten wurden 3,5 Millionen Swatches verkauft, an ihrem 20. Geburtstag waren bereits 2'500 Modelle lanciert und 300 Millionen Exemplare verkauft worden.

Das Marketing spielte für den Erfolg der Swatch und der anderen Marken, die von Unternehmen der Swatch Group produziert wurden, von Anfang an eine wichtige Rolle. Jede Marke vermittelt ihre eigene Botschaft, die über die Werbung verbreitet wird. Die Botschaft der Swatch lautet: „Höchste Qualität zu tiefstem Preis, Provokation und Spass am Leben". Die Werbung ist ähnlich innovativ wie die Technologie. So wurde z. B. zu Werbezwecken eine 140 Meter lange Uhr produziert und in Frankfurt an die Fassade eines grossen Bankgebäudes gehängt, begleitet vom Slogan: 60 DM, Swiss.

Andere Marken vermitteln andere Botschaften. Breguet z.B., dessen Uhren mit Preisen von mehreren Tausend Franken zu den absoluten Luxusmarken gehören, wirbt mit historischen Breguet-Träger/-innen wie Marie-Antoinette und Napoleon.

Omega, eine weitere Luxusuhrenmarke, wirbt mit verschiedenen Botschaften. Zur Betonung der Spitzentechnologie dient der Slogan: „Die erste Uhr auf dem Mond" (Speedmaster). Für die Eigenschaften Präzision, Ausdauer und Leistung stehen Werbeträger wie Michael Schumacher, und die Botschaft der Schönheit, Eleganz und Intelligenz vermitteln Cindy Crawford und Pierce Brosnan.

"Bitte erinnern Sie sich daran, wenn Sie für eine Firma eine Strategie entwickeln müssen, es gibt drei wichtige Prioritäten, die Sie sich in diesem Wulst von Problemen in einem komplexen System immer vergegenwärtigen müssen: 1. Das Produkt, 2. Das Produkt, 3. Das Produkt und das Umfeld des Produktes. Vergessen Sie das nie!"

Nicolas Hayek (aus einer Rede an der Universität St. Gallen im Jahr 1993)