Kennzahlen
In der Schweiz ist das öffentliche Verkehrsnetz sehr gut ausgebaut. Die gesamte Netzlänge beträgt rund 22'000 km auf, wovon die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) 3'000 km bedienen. Weitere 2'000 km werden von Privatbahnen betrieben, wovon 1'000 km von Bergbahnen befahren werden.
Die meisten Zug-, Bus- und Schiffverbindungen sind aufeinander abgestimmt, damit lange Wartezeiten beim Umsteigen möglichst vermieden werden können.
Der grösste Teil des öffentlichen Verkehrs wird von Bussen bestritten. (Busse der Post: 8'500 km; Busse von privaten Unternehmen: 5'200 km; städtische Busse: 1'500 km).
Die Schweiz hat das dichteste Bahnnetz in Europa: 1999 waren dies gemäss Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Union) durchschnittlich 127,9 km Schienen pro 1000km2, also 2,5 Mal mehr als der europäische Durchschnitt.
Im Jahr 2001 beförderten die SBB 300 Mio. Menschen (täglich 800'000) über eine Strecke von insgesamt über 13 Mia. km. Die SBB betreiben 4'700 Züge und 740 Bahnhöfe, was u.a. dazu führt, dass Schweizerinnen und Schweizer sehr häufig die Bahn benutzen (durchschnittlich mehr als 40 Bahnreisen pro Person und Jahr): Weltweit werden sie nur von den Japanerinnen und Japanern übertroffen.
Bahnreisen sind statistisch gesehen sehr viel sicherer als Reisen auf der Strasse. Während zwischen 1990 und 1998 auf den Schweizer Strassen 734'000 Unfälle mit 6'027 Toten und 170'000 Verletzten gezählt wurden, ereigneten sich im gleichen Zeitraum 2'300 Zugunglücke mit 388 Toten und 650 Verletzten.
Die Schweiz ist bekannt für ihren Hang zu Ordnung und Sauberkeit. Für die Sauberkeit in den Zügen sorgen bei den SBB insgesamt 1'500 Menschen. Die Abfälle werden sortiert und nach Möglichkeit wieder verwertet. Jährlich sind dies:
- 2,5 Mio. PET-Flaschen (wieder verwertet ergibt dies z.B. Rohstoff für 276'000 T-Shirts oder für 39'500 Schlafsäcke)
- 2 Mio. Aluminiumdosen (wieder verwertet können 116 Tonnen Bauxit gespart werden)
- 1 Mio. Glasflaschen (werden eingeschmolzen und wieder verwertet)
- 3'600 Tonnen Zeitungen und Zeitschriften (50 kg pro Abteil und Jahr).
Damit auch die Ordnung in den Bahnhöfen gewährleistet werden kann, sind viele Arbeitskräfte notwendig. Allein im Zürcher Hauptbahnhof werden täglich Unmengen von Abfall produziert, der in einem Depot sortiert und nach Möglichkeit für die Wiederverwertung an die entsprechenden Unternehmen gesandt wird.
Die Bahn ist grundsätzlich ein umweltfreundliches Transportmittel. Trotzdem entsteht vor allem beim so genannten Abrieb von Bremsen, Rädern und Schienen jährlich zwischen 800 und 1'200 Tonnen Staub. Die groben Eisenabriebteilchen werden jedoch weniger weit verfrachtet als etwa die Feinstäube aus den Dieselfahrzeugen und dringen zudem weniger tief in die Lungen ein.
Neben Abfall und Staub kann auch der Lärm die Menschen, die an Bahnlinien wohnen, belasten. Für den Lärmschutz wird jedoch einiges unternommen: In naher Zukunft werden für den Bau von Lärmschutzwänden und den Kauf von modernem Rollmaterial schätzungsweise zwei Milliarden Franken ausgegeben.
- Railway accidents Federal Statistical Office (in French, German)
- Road accidents Swiss Council for Accident Prevention

