Zusammenarbeit

Die Entwicklungshilfeorganisation Helvetas unterstützt die Produktion von Teppichen im Dorf von Koshkor im Naryngebirge, Kirgisistan.© swissinfo

Kirgisistan ist eines der Länder, in denen die Direktion für Entwicklung und Zusammenrbeit (DEZA) tätig ist.© Brigitte Portner / CDE Bern

Marktstand mit Heilkräutern, Karakol, Kirgisistan, 2001© Brigitte Portner / CDE Bern

Gespräch mit Einheimischen in Orgochor, Kirgisistan, 2001.© Brigitte Portner / CDE Bern
"Berge verbinden!"
Dies ist der Slogan der Schweizer Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (DEZA), welche die internationalen Aktivitäten der Schweiz im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr der Berge leitet.
Entwicklungsprojekte
Die Schweiz kümmert sich nicht nur um ihre eigenen Berge. So wurde am Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992, dank der Initiative des Schweizer Geografieprofessors Bruno Messerli, ein Bergkapitel in die Agenda aufgenommen. Das Internationale Jahr der Berge ist eine direkte Folge dieses Engagements. (Die Idee kam aus Kirgistan, einem Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit).
Die Schweiz setzt sich seit Jahren für Projekte in kleinen Bergstaaten ein. Sie verfügt deshalb über eine grosse Erfahrung mit sozialen, wirtschaftlichen und die Umwelt betreffenden Themen der Bergbevölkerung in verschiedenen Ländern. Bei der Realisierung ihrer Projekte ist die Schweiz jeweils bemüht, bestehende Strukturen und Entwicklung miteinander zu vereinbaren, was oft nicht einfach ist.
In Nepal, den Anden und Lesotho hilft die Schweiz den Bergbauern, ihre Methoden zur Bodenbewirtschaftung zu verbessern, wozu auch ein effizienter Einsatz der zum Teil spärlichen Wasserreserven gehört.
In Kirgistan, Bhutan und Nepal arbeiten Schweizer Forstingenieure mit der einheimischen Bevölkerung zusammen, um einer übermässigen Abholzung entgegenzuwirken und eine nachhaltige Forstwirtschaft zu fördern. Auf diesem Gebiet hat die Schweiz grosse Erfahrung: bereits vor über hundert Jahren wurde das erste Gesetz verabschiedet, das der Funktion des Waldes u. a. als Schutz vor Erosion und folglich auch vor Erdrutschen Rechnung trug.
Parallel zu diesen Projekten werden auch Möglichkeiten gezeigt, wie das Grundeinkommen verbessert werden kann. So gibt es zum Beispiel Programme, in denen Frauen lernen, ihr Kunsthandwerk Gewinn bringend zu verkaufen.
Forschungsprogramme
Das Zentrum für Entwicklung und Umwelt an der Universität Bern (Centre for Development and Environment CDE) hat weltweit verschiedene Bergregionen untersucht. Nachfolgend einige Beispiele:
In einem fünf Jahre dauernden Programm in Nepal untersuchte eine Gruppe von Wissenschaftern die Auswirkungen des Tourismus in den Himalaya-Regionen Everest, Annapurna und Oberer Mustang. Zu den Aspekten, die unter die Lupe genommen wurden, gehörte auch die Frage, inwiefern der Tourismus den Lebensstandard und die wirtschaftlichen Aktivitäten in den lokalen Gemeinschaften beeinflusst. Ein sozialer Zweig der Untersuchungen befasste sich mit der Rolle der Frau im Tourismus. Eine weitere Gruppe untersuchte die Auswirkungen des Wandertourismus auf die Natur und kam zum Schluss, dass dieser massgeblich zur Landverwüstung beiträgt.
Ein anderes langjähriges Programm, welches das CDE im Auftrag der DEZA durchgeführt hat, ist das Zentralasiatische Bergprogramm (Central Asian Mountain Program CAMP), das sein Hauptquartier in der kirgisischen Hauptstadt Bishkek hat. Das Ziel dieses Programms ist die Ermutigung zu nachhaltiger Entwicklung in Bergregionen. Das CAMP konzentriert sich auf Kirgistan, Kasachstan und Tadschikistan, wobei auch Turkmenistan und Usbekistan integriert werden.
Das Programm wird auf drei Ebenen durchgeführt: auf lokaler (Dörfer), regionaler und internationaler Ebene. Dabei geht es vor allem darum, Wissen über nachhaltige Entwicklung zu vermitteln, konkrete Tests durchzuführen und sicher zu stellen, dass all jene, die Bergressourcen verwenden, Zugang zu wichtigen Informationen erhalten und sich sowohl an der Planung als auch an der Entscheidungsfindung beteiligen können.
In Kirgistan födert das Programm beispielsweise Bergprodukte. Diese werden zunächst katalogisiert und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht. Anschliessend wird beobachtet, wie sich die lancierten Produkte verkaufen, damit - falls nötig - das Marketing verbessert werden kann.
