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Transitverkehr

Lastwagenstau in Erstfeld, Kanton Uri (in neuem Fenster)

Lastwagenstau in Erstfeld, Kanton Uri© Nikolaus Wächter / imagepoint

Der Verkehr über und vor allem durch die Alpen hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Auf den Strassen, die zu alpenquerenden Tunneln wie dem Gotthard führen, stauen sich immer mehr Lastwagen, und die Bewohnerinnen der betroffenen Gebiete sind immer schlimmeren Abgas- und Lärmemissionen ausgesetzt.

Das Hauptproblem liegt darin, dass immer mehr Güter von Nord- nach Südeuropa und umgekehrt transportiert werden. Im Rahmen der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union (EU) wurde ein Landverkehrsabkommen ausgehandelt, das primär eine Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene fördern will. Es besteht aus einem Kompromiss zwischen den Interessen der Schweizer Regierung und den Anliegen der Europäischen Union.


Momentan ist nur schwer zu beurteilen, ob diese Politik zu einer spürbaren Verlagerung der Güter von der Strasse auf die Bahn führt. Dass dies mindestens ein harziger Prozess ist, hat die die jüngste Vergangenheit gezeigt: viele Transportunternehmer ziehen es noch immer vor, stundenlange Wartezeiten vor den Alpentunneln in Kauf zu nehmen, statt die Bahn zu benützen.

Für die Lastwagenfahrer wird die Arbeit jedoch immer beschwerlicher: seit der Wiedereröffnung des Gotthardtunnels nach einem Brand im Oktober 2001 dürfen Lastenwagen nicht mehr gleichzeitig in beiden Richtungen verkehren, was zu langen Wartezeiten führt. Viele Lastwagenfahrer, die nach gefahrenen Kilometern und nicht nach der Zeit am Steuer bezahlt werden, überschreiten deshalb die gesetzlich festgelegte Arbeitszeit von maximal 46 Stunden pro Woche oft massiv, was wiederum der Sicherheit schadet.

Zusätzlich zu den Lastwagen werden die Nord- Südverbindungen auch von Personenwagen rege befahren. Vor allem in der Ferienzeit und an verlängerten Wochenenden (Ostern oder Pfingsten) strömen viele sonnenhungrige Menschen Richtung Süden - und das am liebsten im eigenen Auto.

Um das Problem des alpenquerenden Güter- und Personenverkehrs bewältigen zu können, müssen alle Länder, durch die Transitrouten führen - also Frankreich, Österreich und die Schweiz - zusammen arbeiten. Wie sehr sich diese Transitrouten gegenseitig beeinflussen, zeigten die Verkehrsverlagerungen nach den Bränden im Mont Blanc- und im Gotthardtunnel.