Nicht-Regierungsorganisation CIPRA
Die Internationale Alpenschutzkommission (CIPRA), eine nichtstaatliche Dachorganisation von ca. 100 Verbänden und Organisationen aus sieben Alpenstaaten, setzt sich seit 50 Jahren für den Schutz des Natur- und Kulturerbes im Alpenraum ein.
Als Mitinitiantin der Alpenkonvention ist sie daran interessiert, dass die Ideen der Konvention ins Bewusstsein aller Menschen dringen und sich die lokalen Behörden für eine nachhaltige Entwicklung einsetzen. So hat die CIPRA ein Gemeinde-Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften im Alpenraum eingerichtet, das den Wissens- und Informationsaustausch erleichtert. Die CIPRA ist ausserdem bemüht, die regionale Identität der verschiedenen Alpenzonen zu stärken. Es geht nicht darum, für alle Bergregionen ein einheitliches Patentrezept zu finden, sondern für jede Region die für sie am besten geeigneten Massnahmen zu treffen.
Weiter bewertet die CIPRA verschiedene Projekte, die mit der Alpenkonvention zu tun haben. Diese Bewertungen werden in einem Weissbuch (positive Beispiele) oder auf einer schwarzen Liste (negative Beispiele) veröffentlicht.
Die Schweiz erhält gute Noten für ihre Pläne zur Erweiterung des Nationalparks und für ein Projekt, das vor allem Kindern und Jugendlichen die Bedeutung von Flusslandschaften (am Beispiel der Flusslandschaft Landquart im Kanton Graubünden) näher bringen soll.
Aber auch auf der schwarzen Liste sind Schweizer Projekte zu finden. So kritisiert die CIPRA u.a. einen Plan, der mit Steuergeldern eine Machbarkeitsstudie für ein neues Skigebiet in einer bisher unberührten hochalpinen Zone finanzieren will. Weitere Projekte, die von der CIPRA kritisiert werden, betreffen die geplante Erweiterung der Tourismus-Infrastruktur im 93-Seelen-Dorf Bosco-Gurin (Kanton Tessin) sowie die Pläne zum Bau von Ski-Infrastruktur auf dem Aletschgletscher.
Die CIPRA-Organisationen sind auf vielen verschiedenen Gebieten tätig - von der Bewahrung der Artenvielfalt bis zur Förderung von erneuerbaren Energiequellen. Zu den sichtbarsten Aktivitäten in der ganzen Alpenregion gehört das Anzünden von Höhenfeuern. Diese Tradition geht ins Mittelalter zurück, als bei drohender Gefahr Warnfeuer angezündet wurden. 1988 wurde der Brauch zu neuem Leben erweckt. An einem Tag Mitte August wird mit einer Lichterkette, die quer über die Alpen von Slowenien bis Nizza reicht, gegen die Zerstörung des Alpenraums protestiert.