Schokoladeherstellung
Damit man besser verstehen kann, weshalb van Houtens Presse eine so wichtige Erfindung war, hier eine kurze Beschreibung des Herstellungsprozesses:
Der Kakaobaum produziert lange Hülsen, von denen jede 20-40 Bohnen enthält. Rund die Hälfte der Bohne besteht aus Kakaobutter.
Gleich nach der Ernte werden die Bohnen aus den Hülsen entfernt und ein paar Tage der Fermentierung überlassen. Nach dieser Fermentierung sind die Bohnen etwas weniger bitter. Anschliessend werden die Bohnen an der Sonne getrocknet und danach zur weiteren Verarbeitung exportiert.
Weiter werden die Bohnen gebrochen, geröstet und gemahlen. Letzteres führt dazu, dass sich die Kakaobutter verflüssigt und so die ganze Masse zu einer dicken Paste verarbeitet wird. Diese Paste wird auch 'Schokoladeliqueur' genannt. Ein Teil der Paste wird zurückbehalten, der Rest wird gepresst, damit ein Teil der Kakaobutter entfernt werden kann (ohne van Houtens Presse wäre dies nicht möglich gewesen).
Für die weitere Verarbeitung stehen nun drei Grundzutaten zur Verfügung:
- Kakaopaste
- Kakaobutter
- Kakaokuchen (bleibt nach dem Pressprozess übrig, nachdem die Butter aus der Paste entfernt worden ist)
Sowohl die dunkle als auch die Milchschokolade werden aus einer Mischung von Kakaopaste, Kakaobutter, Zucker und Vanille hergestellt. Im Gegensatz zur dunklen Schokolade wird der Milchschokolade - wie der Name vermuten lässt - Milchpulver beigefügt.
Alle diese Zutaten werden vermischt, geknetet und gewalzt. Anschliessend wird die Paste conchiert (veredelt), das heisst sie wird so lange stetig umgerührt, bis sie die richtige Konsistenz und den richtigen, feinen Geschmack erhalten hat. Danach kann die fertige Schokolademasse geformt und verpackt und verkauft werden.
