Brot-Legenden
Sagen und Legenden
In einigen Sagen wird davon erzählt, welche Folgen es haben kann, wenn man Bedürftigen kein Brot gibt: so wurde ein Ritter, der eine Frau abwies, die um eine Stück Brot gebettelt hatte, zu Stein und ein anderer Brotverweigerer wurde aus demselben Grund unter herabstürzenden Felsbrocken begraben.
Etwas grosszügiger war offenbar der irische Missionar St. Gallus, der in der Gegend um den Bodensee predigte. In einer Legende über den heiligen Gallus wird davon erzählt, dass dieser einen hungrigen Bären mit Brot fütterte. Dafür half der dankbare Bär Gallus eine Holzhütte zu bauen, die sich im Laufe der Zeit zu einem der grössten Schweizer Klöster - dem Kloster St. Gallen - entwickelte. In einer anderen Version der Legende musste der Bär sich das Brot zuerst verdienen und auch noch versprechen, das Gebiet zu verlassen und nie mehr zurückzukehren... Wie dem auch sei: die älteste Darstellung von Brot ist eine Elfenbeinschnitzerei aus dem 9. oder 10. Jhd., auf der zu sehen ist, wie Gallus dem Bären das Brot überreicht. Der Einfluss von Gallus in der Ostschweiz ist offensichtlich, hat doch ein Kanton seinen Namen übernommen (St. Gallen). Aber auch der Bär ist nicht in Vergessenheit geraten: er ziert das Wappen der Stadt St. Gallen und der beiden Appenzeller Halbkantone, die früher zum Besitz des St. Galler Klosters gehörten.
