Projekt NEAT
Vor einigen Jahren hätte niemand daran geglaubt, dass eine Reise durch Europa mit der Bahn dereinst kaum länger dauern würde als per Flugzeug.
In ganz Westeuropa werden neue Bahnlinien für Hochgeschwindigkeitszüge gebaut. Im Gegensatz zu den Flughäfen befinden sich die Bahnhöfe direkt im Stadtzentrum und Check-Ins an Bahnhöfen benötigen keine Extrareisezeit.
Auch die Tunnel-Nation Schweiz baut mit an einer schnelleren Zugsverbindung durch die Alpen. Nord- und Südeuropa rücken näher zusammen. Die so genannte NEAT (Neue Eisenbahn Alpentransversale), an der zurzeit gebaut wird, ist ein ehrgeiziges Projekt mit zwei langen alpenquerenden Tunnels: Lötschberg- (34,6 km) und Gotthard-Basistunnel (57 km). Damit zeitraubenden Steigungen vermieden werden können, befinden sich die Tunneleingänge direkt am Fuss der Berge (also an der Basis; deshalb der Ausdruck "Basistunnel").
Der Lötschberg-Basistunnel wurde am 9. Dezember 2007 feierlich eingeweiht. Dank des neuen Tunnels verkürzt sich die Reisezeit zwischen Zürich und dem Wallis um etwa eine Stunde und beträgt nun zwei Stunden.
Die Eröffnung des Gotthard-Basistunnels ist für das Jahr 2016 geplant. Doch damit werden die Bauarbeiten nicht abgeschlossen sein, denn weitere Tunnelbauten sind geplant: so z.B. zwischen Vigana, südlich von Bellinzona und Vezia, und nördlich von Lugano.
Dank dem Projekt "Bahn 2000" und der NEAT wird die Reisezeit zwischen grossen Städten erheblich verkürzt. Ausserdem können die neuen Bahnstrecken in der Schweiz auch von Hochgeschwindigkeitszügen, wie etwa dem französischen TGV und dem deutschen ICE, befahren werden.
Eine wichtige Funktion der NEAT ist der Gütertransport. Dank der NEAT möchte die Schweiz in Zukunft 90% des schweizquerenden Güterverkehrs auf der Schiene transportieren. Weil die Strecke nahezu flach ist, können die Züge viel schwerer beladen werden und schneller fahren.

