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Privatbahnen

MOB Panoramazug bei Rougemont, Kanton Waadt (in neuem Fenster)

MOB Panoramazug bei Rougemont, Kanton Waadt© swiss-image.ch

Bernina Express der Rhätischen Bahn auf einem Viadukt (in neuem Fenster)

Bernina Express der Rhätischen Bahn.© swiss-image.ch

Zahnradbahn der Furka-Oberalp in der Schöllenenschlucht (in neuem Fenster)

Zug der privaten Furka-Oberalp Bahn (FO) in der Schöllenenschlucht zwischen Andermatt und Göschenen.© swiss-image.ch

Trotz der Gründung der Schweizerischen Bundesbahnen 1902 gibt es in der Schweiz noch immer viele Privatbahnen. 13% aller Zugreisenden werden von rund 40 privaten Bahngesellschaften befördert. Die Privatbahnen unterhalten ein Streckennetz von 2'000 km Länge mit über 1000 Haltestellen oder Bahnhöfen. Sie betreiben sowohl Schmal- als auch Normalspurlinien, die meisten fahren auf herkömmlichen Trassen, einige legen jedoch auch einen Teil ihrer Strecke auf Tramschienen zurück.

Von 4 bis 384 Kilometern

Die längste Strecke unterhält die Rhätische Bahn (RhB) im Kanton Graubünden. Die wohl bekanntesten Orte, die sie bedient, sind St. Moritz, Klosters und Davos. Auf einer Strecke von 384 km fährt die RhB durch das Vorderrhein- und Inntal und sogar über die Grenze bis nach Tirano in Italien. Diese beeindruckende Strecke durch die Landschaft Albula/Bernina gehört seit 2008 zum UNESCO Welterbe.

Einige Linien sind hingegen sehr kurz. Die kürzeste (4 km) verbindet Orbe mit Chavornay im Südjura. Diese Strecke wurde 1894 gebaut und ist die älteste Normalspurbahn in der Schweiz.

Die Gründe für den Bau der verschiedenen Bahnlinien waren sehr unterschiedlich. Einige wurden als Touristenattraktionen gebaut, andere hatten und haben die Funktion, abgelegene Orte mit den Hauptlinien zu verbinden. Die Strecke Bière-Apples-Morges wurde speziell für die Verschiebung von Truppen und Armeematerial gebaut. Die Einwohner des Vallée de Joux errichteten eine Bahn, um Eis, das sie bis nach Paris verkauften, aus den gefrorenen Seen zu transportieren.

Die BLS

Die meisten Privatbahnen erschlossen also Touristenattraktionen. So mag es erstaunen, dass bis zur Einführung der Bahn 2000 im Dezember 2004 die bedeutendste Transit- und Güterstrecke der Bern-Lötschberg-Simplon Bahn (BLS) gehörte. Die Strecke verbindet das Berner Oberland mit dem Rhonetal, also den Kanton Bern mit dem Kanton Wallis, führt durch den Lötschberg-Basistunnel und durch den Simplontunnel bis nach Domodossola. Mit Inkrafttreten der Bahn 2000 übergab die BLS 2004 ihren Fernverkehr an die SBB und übernahm im Gegenzug die S-Bahnlinien der SBB. Seit Dezember 2007 hat die BLS zudem die Betriebsführung der gesamten Lötschberg-Simplon-Achse inne. 
Das Beispiel BLS zeigt, dass die Privatbahnen mit den SBB zusammenarbeiten. Sie ergänzen sich und ihre Fahrpläne werden auf die Hauptlinien abgestimmt.

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