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Entwicklungen und Veränderungen

Illustration des Produktionsraums einer Schokoladefabrik um 1900 (in neuem Fenster)

Schokoladeherstellung um 1900© Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG

Luftaufnahme der Schokoladefabrik Lindt & Sprüngli in Kilchberg, Kanton Zürich (in neuem Fenster)

Schokoladefabrik Lindt & Sprüngli in Kilchberg, Kanton Zürich© Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG

Im 19. Jahrhundert wurden in der Schokoladeherstellung grosse Fortschritte erzielt. Schokolade wurde nicht mehr nur als Getränk hergestellt, sondern auch in fester Form. Ausserdem wurde die Schokolade dank der automatisierten Herstellung billiger, was dazu führte, dass immer mehr Menschen Schokolade konsumierten. In den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts erlebte die Schweizer Schokoladeindustrie einen Aufschwung: Zwischen 1888 und 1910 verzehnfachte sich die Zahl der Arbeiter, die in der Schokoladeindustrie beschäftigt waren.

In der Schweiz gab es viele kleinere Schokoladeproduzenten, die im Laufe der Zeit fusionierten, aufgeben mussten oder von grossen Konzernen, wie Nestlé oder Kraft Food, übernommen wurden.

Der Prozess der Verschmelzung der einzelnen Schokoladenhersteller geschah nicht über Nacht. Daniel Peter, der Erfinder der Milchschokolade, beispielsweise, suchte 1896 externe Finanzierungspartner. 1904 fusionierte seine Firma mit Kohler und 1905 übernahm Nestlé einen Teil des Finanzkapitals von Peter-Kohler. 1911 fusionierten Cailler und Peter-Kohler. Obwohl Nestlé kein Hersteller war, mischte die Firma sehr aktiv im Schokoladengeschäft mit: Nestlé lieferte nicht nur die Milch, sondern vermarktete auch die Produkte von Peter-Cailler-Kohler. So erstaunt es nicht, dass Nestlé Peter-Cailler-Kohler 1929 ganz übernahm.

Andere grösserer Schokoladenproduzenten konnten ihre Unabhängigkeit länger bewahren. Suchard und Tobler fusionierten erst 1970. Heute nach verschiedenen Fusionen und Übernahmen sind sie Teil von Kraft Food.

Noch immer ein Familienunternehmen ist Lindt-Sprüngli, wobei auch dieser Betrieb eine Übernahme hinter sich hat: Vor über 100 Jahren kaufte nämlich das Zürcher Unterehmen Chocolat Sprüngli den Schokoladebetrieb des Berners Rodolphe Lindt. Sprüngli zahlte die unglaubliche Summe von 1,5 Millionen Goldfranken für die Marke und die Rezepte.