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Windenergie – mit Naturkraft zum sauberen Strom

Der höchst gelegene Windpark Europas liegt auf 2332 m ü.M. am Gütsch im Kanton Uri. (in neuem Fenster)

Der höchst gelegene Windpark Europas liegt auf 2332 m ü.M. am Gütsch im Kanton Uri. © ew-ursern.ch

Gross und majestätisch stehen die Windturbinen auf der Krete der Jurakette. Im Windpark Mont Crosin produzieren 16 Windturbinen Energie und symbolisieren auf eindrückliche Weise den langen Weg zu den erneuerbaren Energien.

Auf dem Mont Crosin im Berner Jura befindet sich der grösste Windpark der Schweiz. 2010 baute Juvent SA den Windpark um acht modernste Windturbinen aus und konnte so die jährliche Energiegewinnung vervierfachen. Der Ausbau selbst stellte ein Spektakel dar: Der Sockel einer Windturbine wiegt 20 Tonnen. Schwertransporter mussten in der Nacht und auf Umwegen die Sockel zum gewünschten Standort transportieren. Ein Teleskop-Mobilkran setzte die Windturbine zusammen. Am Gütsch ob Andermatt auf 2332 m ü.M. im Kanton Uri liegt der höchst gelegene Windpark Europas. Drei Turbinen produzieren hier jährlich 2.4 MW Energie.

Windenergie – Zukunftsenergie für die Schweiz

Ohne Luftschadstoffe, ohne CO2 und ohne Grossrisiken wird mit Wind Energie produziert. 2009 wurden 18,9% des Energieendverbrauchs durch erneuerbare Energien gewonnen, davon entfielen 0,035% auf Windenergie. Bis dato gibt es in der Schweiz acht Standorte mit 28 leistungsstarken Windturbinen:

Standort* Anzahl Windturbinen Leistung total in MW**
Mont Crosin / BE 16 23.6
Le Peuchapatte / JU 3 6.9
Saint-Brais / JU 2 4.0
Gütsch-Andermatt / UR 3 2.4
Vernayaz-Martigny / VS 1 2.0
Collonges / VS 1 2.0
Entlebuch / LU 1 0.9
Grenchenberg / SO 1 0.15

Vogelperspektive von zwei Windturbinen auf dem Mont Crosin. Der Windpark wurde 1996 eröffnet. Momentan stammen erst 0.035% der Schweizer Energieprodukiton aus von Windenergie. © suisse-éole

Windkarte: Mittlere Windgeschwindigkeit 70 m über dem Boden.

Windkarte: Mittlere Windgeschwindigkeit 70 m über dem Boden. © METEOTEST 2011

*Stand: 2011
**MW = Mega Watt = 1 Million Watt; maximale Leistung der Anlage.

2009 produzierten die Windenergieanlagen 22,3 GWh Strom, was einem Strombedarf von 6‘200 Haushalten (bei einem durchschnittlichen Haushaltsverbrauch von 3‘500 kWh/Jahr) pro Jahr entspricht. 

Zahlreiche weitere Windparks sind im Gespräch und zum Teil in Planung bzw. Realisierung. Mögliche Standorte sind Alpenpässe, die Voralpen, das Napfgebiet oder der Jurabogen. Dies sind alles Orte, wo die Schweizer Winde eine Mindestgeschwindigkeit von 4,5 Meter pro Sekunde aufweisen.

Das Programm EnergieSchweiz, das 2000 gestartet wurde, sieht vor, dass bis ins Jahr 2050 4‘000 Gigawattstunden Windstrom pro Jahr produziert werden und damit 8 bis 10% des Strombedarfs der Schweizer Haushalte gedeckt werden können.

Tier- und Landschaftsschutz

Obwohl die Windenergieanlagen eine Lösung im Hinblick auf die Problematik der Verknappung fossiler Energieträger, der atomaren Risiken, des Klimawandels und der Auslandabhängigkeit sind, gehen doch einige Gefahren von ihnen aus und rufen Gegner auf den Plan.

Windturbinen, Vögel und Fledermäuse
Die Anlagestandorte von Windturbinen müssen die Vogelzugsrouten oder Jagdreviere von Fledermäusen berücksichtigen. Grosse Rücksicht wird zudem auf Brutplätze und Habitate geschützter Arten genommen, sofern sie durch die Windenergieanlagen gestört werden. Gegebenenfalls wird mit einer Anpassung der Betriebszeiten auf eine mögliche Gefährdung reagiert. Windenergie Schweiz arbeitet dafür eng mit der Vogelwarte Sempach und der Koordinationsstelle Fledermausschutz zusammen. Glasfassaden, Hochspannungsleitungen, bauliche Veränderungen und der Strassenverkehr stellen weit grössere Gefahren für Vögel und Fledermäuse dar als die Windturbinen.

Hässlich und laut?
Was schön ist, liegt im Auge des Betrachters. Windenergieanlage verändern das Landschaftsbild, ob zum Positiven oder Negativen entscheidet jeder selbst. Das Konzept der Windenergie Schweiz respektiert aber das Landschaftsbild. So werden bspw. keine Anlagen in Landschaften, die in eidgenössischen Inventaren aufgeführt sind, errichtet. Selbstverständlich stehen auch die Bevölkerungsinteressen der jeweiligen Standorte im Zentrum und die Anlagenbetreiber versuchen diesen Rechnung zu tragen.

Die modernen Windturbinen sind sehr leise. Das Abstreifen des Windes an den Rotorblättern ist zu hören, doch wird dieses Geräusch schnell vom tatsächlichen Wind übertönt.  Heute kann man sich unterhalb einer Windturbine normal unterhalten.

sf.tv: 10vor10 vom 11.6.2010: Aufwändiger Windrad-Bau auf dem Mont-Crosin