Offizielles Schweizer Informationsportal

Your Gateway to Switzerland

Politik

Zauberformel

"Zauberformel" nannte man die parteipolitische Zusammensetzung der schweizerischen Regierung, welche von 1959 bis 2003 bestand; dies bedeutete, dass die sieben Bundesratssitze entsprechend ihrem Kräfteverhältnis zwischen der Freisinnig Demokratischen Partei FDP, der Sozialdemokratischen Partei SP, der Christlichdemokratischen Volkspartei CVP sowie der Schweizerischen Volkspartei SVP nach dem Schlüssel 2-2-2-1 aufgeteilt wurden.

Die Zauberformel gründete nicht auf einem Gesetzestext, vielmehr war sie das Resultat eines stillschweigenden Übereinkommens zwischen den Parteien, um die massgeblichen politischen Kräfte des Landes in einer Regierungskoalition zu vereinen. Dies hat denn auch dazu geführt, dass sich die Schweiz – im Gegensatz zu anderen parlamentarischen Demokratien, welche auf dem Prinzip der Konkurrenzdemokratie beruhen - zu einer Konkordanzdemokratie entwickelte.

In den Parlamentswahlen von 1999 und auch 2003 erzielte die SVP so viele Stimmen, dass ihr Anspruch auf einen zweiten Sitz in der Regierung – auf Kosten der CVP, die ständig an Wähleranteil verlor – immer deutlicher wurde. Bei den Gesamterneuerungswahlen des Bundesrats im Dezember 2003 wurde denn auch ein Mitglied der CVP durch einen Vertreter der SVP ersetzt.

Diese Zusammensetzung wurde mit den Bundesratswahlen im Herbst 2007 allerdings erneut in Frage gestellt: Das Parlament wählte den amtierenden SVP-Bundesrat zugunsten einer etwas moderater auftretenden SVP-Kandidatin ab. In Folge dieser "Palastrevolution" entschied die SVP, die beiden nunmehr amtierenden SVP-Bundesräte nicht mehr anzuerkennen und sich künftig in der Opposition zu engagieren.

Am Kollegialitätsprinzip ändert die Zusammensetzungen jedoch nichts; die Regierung tritt nach wie vor als Kollektiv auf, d.h. die sieben Bundesräte/-innen müssen Kompromisse aushandeln, die sie als Kollektiv vertreten können.

Externe Links