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Politik

Regierungs- und Parlamentsgebäude

Bundeshaus mit Bundesplatz in Bern (in neuem Fenster)

Das Wasserspiel mit 26 Springbrunnen symbolisiert die 26 Kantone der Schweizerischen Eidgenossenschaft© Catherine Wenger

Die Drei Eidgenossen (in neuem Fenster)

1914 erstellte Monumentalgruppe von James Vibert im eidgenössischen Parlamentsgebäude (Bundeshaus).© parlament.ch

Das Regierungs- und Parlamentsgebäude (Bundeshaus) mit seinen grünen Kuppeln steht hoch über dem Fluss Aare in der Schweizer Hauptstadt Bern. Man kann sich Bern kaum mehr ohne dieses imposante Bauwerk vorstellen, das 1902 eingeweiht wurde.Im Sommer 2006 begann eine umfassende, zweijährige Renovierung des Parlamentsgebäudes.

2004 wurde der Platz vor dem Bundeshaus, bis dahin vor allem ein Parkplatz, mit Granitplatten aus den Alpen neu gestaltet. Wahrzeichen des seither autofreien Bundesplatzes ist ein Wasserspiel mit 26 Springbrunnen. Diese Wasserfontänen symbolisieren die 26 Kantone und können nachts farbig beleuchtet werden. Vor allem an heissen Tagen sind die Wasserfontänen des mit internationalen Preisen ausgezeichneten Bundesplatzes bei Kindern beliebt.


Die drei Eidgenossen

Bei der Gestaltung des Bundeshauses stand die Darstellung der "Idee der Schweiz" im Vordergrund. Es ist deshalb nicht weiter erstaunlich, dass das Gebäude reich mit Kunstwerken verziert ist, welche Ereignisse aus der Schweizer Geschichte symbolisieren. Mehr als 16 Prozent des gesamten Baubudgets wurden für den künstlerischen Schmuck ausgegeben.

Das beeindruckendste Kunstwerk ist die Statue mit den drei Männern ("die drei Eidgenossen"), die 1291 auf dem Rütli die Schweizerische Eidgenossenschaft gegründet haben.

Als das Bundeshaus 1902 feierlich eingeweiht wurde, standen die drei Eidgenossen allerdings noch nicht an dem für sie reservierten Platz im Eingangsbereich. An ihrer Stelle stand ein Knabenchor, der laut Berichten mit viel Gefühl patriotische Lieder vortrug (die Schweiz hatte zu dieser Zeit noch keine Landeshymne).

Die Entstehung der Statue war ein langwieriger und schwieriger Prozess. Der Bildhauer Hermann Baldin schuf viele Entwürfe, die der Bundesversammlung nie so richtig gefallen mochten. Im Dezember 1901 stellte Baldin ein weiteres Modell vor, an dem die anatomische Ungenauigkeit bemängelt wurde. Schliesslich wurde entschieden, vollständig nackte Figuren anfertigen zu lassen. Doch auch an den nackten Figuren wurden anatomische Ungereimtheiten festgestellt, worauf dem Künstler der Vertrag gekündigt wurde.

Auch Baldins Nachfolger hatten einen schweren Stand. Es hiess, die Modelle der drei Eidgenossen glichen eher Raufbolden eines Melodrams oder "Opernsängern, welche mit unmöglichen Körperbewegungen das Schluss-C herausschreien", als glaubwürdigen Helden der Schweizer Geschichte.

Schliesslich schaffte es ein Entwurf, bei der Bundesversammlung auf Gnade zu stossen. 1914 kam die Skulptur von James André Vibert, einem Schüler des französischen Bildhauers Auguste Rodin, auf den für sie seit Jahren reservierten Platz im Eingangbereicht des Bundeshauses. Dies muss für Vibert eine ganz besondere Genugtuung gewesen sein, denn sein erster Vorschlag war zu Gunsten eines Entwurfs von Baldin abgelehnt worden.

Und hier noch ein Detail: wer wissen will, wie Vibert aussah, braucht nur das Werk "Der Rückzug der Eidgenossen aus Marignano" des Schweizer Malers Ferdinand Hodler zu betrachten. Dort ist der Bildhauer nämlich als Schweizer Söldner mit Hellebarde verewigt.

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