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Maskenbräuche

Lötschentaler Maske (in neuem Fenster)

Lötschentaler Maske© picswiss

Im Gegensatz zu den farbenfrohen und verspielten Kostümen, die in der Schweiz während der Fasnachtszeit zu sehen sind, werden im Lötschental (Kanton Wallis) furchterregende Holzmasken getragen.

Die Tschäggättä ("tschäggät" heisst gefleckt) beginnt jeweils am 3. Februar (nach Lichtmess) und dauert bis Aschermittwoch. Es ist eine ungeschriebene Regel, dass nur die ledigen Männer den Brauch ausüben dürfen. Mit ihren dämonischen Masken, Tunikas aus Schaf- oder Ziegenfellen und mit Russ beschmierten Handschuhen beherrschen diese jeweils die Dörfer. Wer den Tschäggättä begegnet muss damit rechnen, von ihnen mit Russ beschmiert zu werden - wobei junge Frauen besonders gefährdet sind.

Die Tradition stammt aus der Zeit, während der das Wallis im Winter von der Aussenwelt abgeschnitten war. In dem bäuerlichen Umfeld, das weitgehend von der Kirche dominiert wurde, galten die Masken als Ausdruck von Anarchie, Rebellion und Chaos. Das ursprünglich Unorganisierte der Tschäggättä drückt sich auch in der Vielfalt der Masken aus: jede Maske ist einzigartig. Verbindend ist lediglich, dass alle Masken die unbezähmbare Natur des Tals symbolisieren.

Im Gegensatz zu anderen Maskierungsbräuchen in der Schweiz wurde die Tschäggättä nie offiziell organisiert. Einen Tschäggättä-Umzug gibt es erst seit 1967. Da in den 60er Jahren viele junge Männer das Tal verliessen, um Arbeit zu suchen, musste der Brauch in etwas geordnetere Bahnen gelenkt werden, damit er überleben konnte.