Herbstbräuche
Der Herbst ist traditionell die Zeit der Ernten und des Dankes. Im Herbst verkaufte man früher Vieh und Geflügel und bezahlte den Angestellten (Gesinde) die Löhne für die im Sommer geleisteten Dienste. Entsprechend war der Herbst auch die Zeit, Geld auszugeben. Diese Gelegenheit bot sich an zahlreichen Märkten mit Gaststuben, Tanzveranstaltungen, Schaubuden und vielem mehr. Einer der Märkte, der sich bis heute grosser Beliebtheit erfreut, ist der Berner "Zibelemärit" (Zwiebelmarkt).
Der so genannte 'Gansabhauet' ist ein St. Martinsbrauch, der nur in Sursee im Kanton Luzern gefeiert wird. Eine tote Gans wird an einem Seil aufgehängt. Frauen und Männer jeden Alters können versuchen, mit einem einzigen Säbelhieb diese Gans herunter zu schlagen. Zu diesem Zweck tragen sie einen roten Mantel und eine Sonnenmaske. Wem es gelingt, mit einem Hieb den Hals der Gans zu durchtrennen, darf diese Gans behalten. Für den Gansabhauet stehen zwei Gänse zur Verfügung.
Einige Dörfer im Kanton Freiburg feiern im Herbst den so genannten Bénichon (bénir=segnen), ein Fest, an dem sich die Bevölkerung für die Ernte bedankt, viel isst und tanzt.
In Charmey (Region Greyerz) werden zu dieser Zeit Heuwagen-Rennen durchgeführt. Jedes Team setzt sich aus fünf Personen zusammen. Ein Teammitglied sitz im Heuwagen und wird von den anderen gezogen oder gestossen. Jedes Team muss sechs mal das Stadtzentrum umrunden. Preise gibt es für das schnellste und das originellste Team.



