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Bräuche im Winter

Als Adventskalender dekorierte Fenster einer Hausfassade in Luzern (in neuem Fenster)

In verschiedenen Teilen der Schweiz, hier in Luzern, werden Fenster als Adventskalender dekoriert.© swissworld.org

Mannigfache Bräuche und Traditionen sorgen auch in der kalten Jahreszeit für die nötige Wärme. Während der Wintermonate hatten die Bauern etwas mehr Zeit zur Verfügung als im Sommer, und so finden zahlreiche traditionelle Feste im Winter statt.

Advent und Weihnachten
Die Adventszeit – die vier Wochen vor dem Heiligen Abend – dient im Christentum der Besinnung im Hinblick auf die Geburt Christi. Früher wurde diese Wartezeit vor Weihnachten dazu genutzt, den Kinden die Tugend der Geduld zu lehren und sie anschliessend dafür zu belohnen. So entstand der berühmte Adventskalender mit seinen 24 Fenstern, die alle das Thema Weihnachten beleuchten und eines nach dem anderen geöffnet werden. Adventskalender und Adventskränze mit vier Kerzen, die jeweils an den vier Sonntagen vor Weihnachten angezündet werden, sind fester Bestandteil der Weihnachtstraditionen in der Schweiz.

Weihnachten
Selbst wenn um diese Jahreszeit nicht überall Schnee liegt, gibt es doch zahlreiche traditionelle Veranstaltungen in der Weihnachtszeit, an denen auch viele Nicht-Kirchengänger teilnehmen: Gottesdienste, Konzerte und Gesangsveranstaltungen, Weihnachtsmärsche, an denen traditionellerweise auch ein Glas Glühwein getrunken wird. Dank ihrer kulturellen Vielfalt und ihrer zentralen Lage im Herzen Europas kennt die Schweiz ein reiches Repertoire an Weihnachtsliedern. Wie in anderen Gegenden ist sicher auch hier die universelle Figur des Weihnachtsmannes in der Vorstellung der Kleinsten an die Stelle des Jesuskindes getreten.

Trychle in Meiringen
Um Mitternacht am 26. Dezember kommen mit Viehschellen umgürtete und verkleidete Männer von Meiringen und Umgebung im Berner Oberland auf dem Dorfplatz zusammen und ziehen jeden Tag bis zum Silvester durch die Strassen. Sie werden „Trychler“ (Scheller) genannt, und entlocken ihren Glocken eine ganze Reihe von verschiedenen Melodien.

Die Silvesterkläuse in Urnäsch

Die „Silvesterkläuse“ aus der Region von Urnäsch in Appenzell Ausserrhoden tragen Masken in Gestalt von Frauen- und Männergesichtern und breitkrempige Hüte. Eine riesige, um den Hals getragene Kuhglocke vervollständigt das traditionelle Kostüm.
In kleinen Gruppen ziehen die „Silvesterkläuse“ von Haus zu Haus und wünschen den Familien ein glückliches neues Jahr. Diese Tradition geht auf die Reform des Kalenders durch Papst Gregor XIII im Jahre 1582 zurück, den die mehrheitlich protestantische Bevölkerung von Appenzell nicht annehmen wollte. So wird noch heute jedes Jahr am 31. Dezember und dann am 13. Januar Neujahr nach dem julianischen Kalender gefeiert, der gegenüber dem gregorianischen Kalender eine Differenz von 13 Tagen aufweist.

Sternsingen, Dreikönigssingen
Zwischen dem vierten Advent und dem Dreikönigstag (6. Januar) singen „Sternsinger“, zumeist als die heiligen drei Könige verkleidete Kinder, auf den Dorfplätzen oder ziehen als heilige drei Könige, die sich vom Stern zur Geburtsstätte Jesu führen lassen, mit biblischen Gesängen von Haus zu Haus.

Der Vogel-Gryff-Brauch
Der Vogel-Gryff-Brauch wird in Kleinbasel gefeiert. Kleinbasel liegt am rechten Rheinufer. Die Feierlichkeiten finden in einem Dreijahreszyklus jeweils am 13., 20. oder 27. Januar statt.
Die drei Wappentiere „Vogel Gryff“ (Greif), der „Wild Maa“ (Wilder Mann) und der „Leu“ (Löwe) tanzen in den Strassen der Stadt. Der Brauch beginnt mit der Rheinfahrt des Wilden Mannes auf einem Floss, worauf er mit seinen Begleitern zusammentrifft. Sie beginnen zu tanzen, wobei sie Grossbasel stets den Rücken zuwenden. Diese Gestalten stellen die früheren Ehrengesellschaften des Kleinbasel dar, die politische und militärische Funktionen erfüllten. Es folgt ein Festessen mit Tanz in der Stadt.

Die Tschäggättä
Im Lötschental im Wallis gehen vom 3. Februar bis zum Aschermittwoch die Tschäggättä (im örtlichen Dialekt bedeutet dies soviel wie „gefleckt, getüpfelt“) in den Dörfern um. Es sind bunt bekleidete, mit Ziegen- oder Schaffellen behängte Gestalten mit furchterregenden Masken.
Ursprünglich durften traditionsgemäss nur ledige Männer diesen Brauch ausüben, um die Frauen zu verfolgen. In einer sehr religiös geprägten Gesellschaft waren die Masken damals Ausdruck der Anarchie, der Rebellion und des Chaos.

Fastnachtstraditionen
Fastnacht als Zeichen des Winterendes wird in der ganzen Schweiz an von Kanton zu Kanton unterschiedlichen Daten gefeiert. Die Basler und die Luzerner Fasnacht sind die bedeutendsten und bekanntesten Fastnachtfeiern in der Schweiz. Die Fastnachtsbräuche haben ihren Ursprung in einem Gemisch aus christlichen Riten, altüberliefertem Brauchtum und heidnischen Feiern. Sie leben in den verschiedenen Kantonen wieder auf, mit furchterregenden Masken, welche die bösen Geister vertreiben sollen. Mit Masken und Verkleidungen nehmen die Teilnehmenden auch vorübergehend eine neue Identität an, während sie zum Klang der Musik durch die Strassen schlendern.

Die Basler Fasnacht
Die Basler Fasnacht gilt als einer der spektakulärsten Volksbräuche der Schweiz. Punkt vier Uhr morgens werden in der Rheinstadt mit der Eröffnung der Fastnacht, dem „Morgestraich“, sämtliche Lichter ausgelöscht, in den Strassen erklingen die Pfeifen und Trommeln, und maskierte und kostümierte Gestalten ziehen durch die Gassen.
Die Ursprünge der Basler Fasnacht reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück; sie findet am Montag in der Woche nach dem Aschermittwoch statt. Nach der frühmorgendlichen Prozession setzen sich die Festlichkeiten während des ganzen Tages mit viel Musik, Getöse und Getümmel fort. Am Abend bieten die Cafés und Restaurants eine Bühne für die „Schnitzelbänke“, satirische Gesänge zu Themen aus der lokalen Politik.

Die Luzerner Fasnacht

Auch die Luzerner Fasnacht hat ihren Ursprung im Mittelalter. Ihre zentrale Figur ist Bruder Fritschi, eine sagenumwobene Gestalt aus der Geschichte der Stadt und Symbol der Fruchtbarkeit. Die Fasnacht beginnt mit der Ankunft von Bruder Fritschi am Donnerstag vor der Fastenzeit, genannt Schmutziger Donnerstag, um fünf Uhr morgens. Am Nachmittag folgt dann ein Umzug mit Masken und Kostümen in der Stadt.