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Advent und Weihnachten

In der Vorweihnachtszeit werden oft ganze Gebäude zu Adventskalendern (in neuem Fenster)

Gebäude werden häufig als Adventskalender dekoriert, wie diese Fassade eines Geschäfts in Luzern.© swissworld.org

Weihnachtsstall als Dekoration in Luzern (in neuem Fenster)

Weihnachtsstall in Luzern. Weihnachtsmärkte, die Dekorationen und Geschenke verkaufen, sind ein Teil von Weihnachten.© swissworld.org

Advent

Die Adventszeit, die vier Wochen vor dem Heiligen Abend beginnt, dient eigentlich der Besinnung im Hinblick auf die Geburt Christi. Das hektische Weihnachtsgeschäft drängt diesen ursprünglichen Sinn des Advents jedoch zuweilen in den Hintergrund.

Um den Kindern das Warten auf das Weihnachtsfest in dieser Zeit etwas angenehmer zu gestalten, gibt es Adventskalender mit 24 Fenstern, hinter denen sich Überraschungen – oft sind es Szenen aus der Weihnachtszeit – verbergen. Vom ersten bis 24. Dezember können die Kinder jeden Tag ein solches Fenster öffnen.

Diese Kalender, die auch aus einer nummerierten Reihe von kleinen Geschenken bestehen können, gehören ebenso zur Adventszeit wie die Adventskränze, auf die vier Kerzen gesteckt sind. Am 1. Adventssonntag wird eine Kerze angezündet, am zweiten zwei, am dritten drei und kurz vor Weihnachten brennen dann alle vier Kerzen dieses Kranzes.

Klausbräuche

Die Klausbräuche der deutsch- und französischsprachigen Schweiz lassen sich auf den Heiligen des 6. Dezembers, Nikolaus von Myra (geboren um 345), zurückführen. Der vielfache Wohltäter ist der Patron der Schüler und jungen Mädchen.

Das Chlausjage, ein nächtlicher Lärmbrauch kurz vor dem St. Nikolaus-Tag (6. Dezember), ist in verschiedenen Dörfern am Vierwaldstättersee Tradition, aber in Küssnacht am Rigi besonders berühmt. Dort lässt sich der Brauch bereits 1732 nachweisen.

Die Klausbräuche konzentrieren sich auf den Vorabend des Nikolausentags, beginnen aber im Glarnerland bereits Ende November und enden im Appenzeller Hinterland anfangs Januar.

St. Nikolaus

Am 6. Dezember wird der Tag des St. Nikolaus ("Samichlaus" in der Deutschschweiz) gefeiert. Dies ist vor allem ein Fest für die Kinder. In katholischen Gegenden wird die bescherende Bischofsfigur von einem strafenden Knecht (Schmutzli, Butzli, père fouettard) begleitet. In reformierten Gebieten ist St.Nikolaus als alter, in einen Kapuzenmantel gekleideter Mann mit einem langen Bart und einer Rute bekannt.

Samichlaus und Schmutzli kommen am Abend zu den Kindern nach Hause (wenn sie von den Eltern aufgeboten worden sind), besuchen Schulen und Kindergärten und tragen einen Sack voller Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen und anderer Leckerbissen mit sich. Die Kinder üben für diesen Tag spezielle Samichlaus-Sprüche, die sie dann aufsagen und dafür mit den Leckereien belohnt werden.

Weibliche Pendants zum Samichlaus gibt es im italienischsprachigen Tessin (Befana) und in der französischsprachigen Westschweiz (Chauche-vieille).

Weihnachten

Beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 wurde die Geburt Christi auf den 25. Dezember festgelegt. Mit diesem nahe der Wintersonnenwende gelegenen Termin sollten die heidnischen Feste zur Mitwinterzeit in den Schatten gestellt werden.

Das zunächst rein kirchliche Christfest entwickelte sich nach und nach zur Familienfeier mit dem Weihnachtsessen als Höhepunkt. Die traditionelle Bescherung und der Lichterbaum verbreitete sich erst im 20. Jahrhundert von den städtischen Zentren in die Dörfern.

In der Südschweiz hat sich der Christbaum in der Familie erst in den letzten Jahren verbreitet. In den meisten Tessiner Häusern wird nach altem Brauch die Krippe und eine geschmückte Tanne auf dem Dorfplatz aufgestellt.

Lieder und Instrumentalmusik sind zu wichtigen Elementen des weihnächtlichen Brauchtums geworden. Neben der Hausmusik sind Kirchenkonzerte, Turmblasen, Kurrende-Singen, offene Singen und die Ständchen der Heilsarmee schon in der Adventszeit beliebt. Sie dienen häufig guten Werken, deren finanzielle Unterstützung immer mehr den Austausch von persönlichen Geschenken ersetzt.