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Bergler und Igelmentalität

Die Berge haben im Verlaufe der Jahrhunderte die Schweiz und die Mentalität der Schweizer Bevölkerung stark geprägt.

Lange Zeit dienten die Berge als Schutzwall: Im Mittelalter schützten sie die kleinen Gemeinschaften im alpinen Raum vor dem Eindringen verschiedener Mächte wie zum Beispiel der Habsburger. Die potentielle Bedrohung, die von allen Seiten lauerte, führte ausserdem zu einem Zusammenschluss der Berggemeinschaften.

Viele Schweizerinnen und Schweizer sind stolz auf ihre Vergangenheit, in der sie bereit waren, verschiedenen Übergriffsversuchen grosser Mächte zu widerstehen. Während des Zweiten Weltkriegs gab es Pläne, im Falle einer deutschen Invasion Brücken zu zerstören, Tunnel zu blockieren und den Widerstand von den Bergen aus zu führen.

Die Schweizer Bevölkerung betrachtete sich lange Zeit als '"Sonderfall". Diese Mentalität wird heute von linken Intellektuellen und Wirtschaftskreisen in Frage gestellt. Sie halten ihren traditionell ausgerichteten Landsleuten vor, rückwärts zu schauen und eine Igel-Mentalität zu pflegen, die nicht mehr gerechtfertigt sei. Man könne sich im Zeitalter fortschreitender Globalisierung nicht mehr einfach einigeln und vom Rest der Welt abschotten.

«Man muss es sagen: Die ‘Schweizer’ (wenn das Wort einen Sinn hat, und ich möchte damit nur die Gesamtheit der Individuen bezeichnen, die politisch zur Schweiz gehören) sind zweifellos ordentlich, sorgfältig, pflichtbewusst, aber sie sind auch engstirnig. Sie sind aktiv, aber innerhalb ihres Territoriums; sie kapseln sich ab, weil sie auf Ruhe bedacht sind. Und kann man nicht sogar sagen, dass sie dieser Ruhe, dank der sie so fleissig an der Perfektionierung ihres eigenen Haushalts arbeiten können, alles geopfert haben.»

Charles-Ferdinand Ramuz (1878-1947), Bedeutender Autor der französisch- sprachigen Schweiz