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Das Leben unter römischer Herrschaft

Dea Artio, die Bärengöttin von Muri, Kanton Bern; ca. 200 v. Chr. (in neuem Fenster)

Dea Artio, die Bärengöttin von Muri, Kanton Bern; ca. 200 v. Chr. An der Statue ist die Vermischung der Kulturen ersichtlich: die Kelten stellten ihre Gottheiten als Tiere dar, die Römer gaben ihnen menschliche Formen.© Stefan Rebsamen / Bern Historical Museum

Während der römischen Herrschaft war die Schweiz keine politische Einheit. Das Gebiet war in fünf römische Provinzen unterteilt. Die römische Herrschaft hielt nicht viel von Unterdrückung. Wenn eine neue Provinz erobert war, behielten die lokalen Behörden ihre Funktionen und ihr Ansehen und die Bevölkerung wurde Schritt für Schritt romanisiert. Die offizielle Sprache war zwar Latein, die Umgangssprache blieb jedoch ein keltischer Dialekt.

Als administrative Zentren bauten die Römer Städte. In diesen Städten wurden auch Schulen errichtet, in denen in Latein unterrichtet wurde. Erst als auch auf dem Land Schulen (mit Unterrichtssprache Latein) errichtet wurden, verdrängte das Latein allmählich die keltischen Dialekte.

Das Gebiet der heutigen Schweiz spielte bereits unter den Römern eine wichtige Rolle für den Transitverkehr. Die Römer waren deshalb auch bemüht, die Passstrassen in Stand zu halten oder gar auszubauen. Entlang der Hauptverkehrsachsen wurden Städte gebaut. Die drei wichtigsten waren Aventicum (Avenches, wo sich zwei wichtige Handelswege kreuzten), Augusta Raurica (Augst, am Rhein in der Nähe von Basel gelegen) und Colonia Julia Equestris (Nyon, am Genfersee).

Octodurum (Martigny) wurde zu einem wichtigen Verwaltungszentrum am einen Ende Grossen St. Bernhard-Passes, und Genava (Genf) erlangte grosse Bedeutung als Umschlagplatz für Güter, die vom Wasserweg auf den Landweg umgeladen wurden.

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