Industrialisierung
Die Schweiz gehörte 1800 zu den am weitesten industrialisierten Ländern der Welt. Im Unterschied zu anderen Ländern gab es in der Schweiz jedoch kaum Schwerindustrie und wenige grosse Fabriken. Sehr verbreitet war dagegen die Heimarbeit.
Die Baumwollindustrie war einer der ersten Zweige, die automatisiert wurden. Nachdem 1801 die erste Spinnmühle ihren Betrieb aufgenommen hatte, wurden 1801 in St. Gallen die ersten Spinnmaschinen eingesetzt.
Die Textilindustrie war vor allem in der Nord- und Ostschweiz verbreitet. Uhren wurden vor allem im französischsprachigen Jura produziert. Auch für diesen Bereich wurden die Produkte eher in kleinen Betrieben als in grossen Fabriken hergestellt.
Die Industrialisierung der Textilindustrie und das Know-how der Uhrmacher förderten die Entwicklung der Maschinenindustrie. Die Nachfrage nach Färbemitteln für die Textilien kurbelte die chemische Industrie an, und die chemische Industrie ihrerseits war massgeblich an der Entwicklung der Papierindustrie beteiligt.
Während der Industrialisierung begann die Nahrungsmittelindustrie eine immer wichtigere Rolle zu spielen: da viele Frauen in Fabriken arbeiteten und kaum Zeit hatten, aufwändige Mahlzeiten zuzubereiten, stieg die Nachfrage nach vorgefertigten Produkten.
Die Firma ‘Nestlé’ wurde vom deutschen Flüchtling Henri Nestlé gegründet. 1860 entwickelte Nestlé aus Mehl und Milch einen Muttermilchersatz, was ihm zum Durchbruch verhalf. Die Firma Maggi (heute ein Teil von Nestlé) wurde 1880 von Julius Maggi – dem Sohn italienischer Immigranten - gegründet. Bekannt wurde das Unternehmen vor allem mit seinen Instant-Suppen aus Erbsen, Bohnen und Linsen.


