Einwanderung
Die Abwanderung von Schweizern wurde durch die Einwanderung von Menschen aus Deutschland, Italien und Österreich ausgeglichen. Einige dieser Einwanderer waren z. T. hoch gebildete politische Flüchtlinge.
Die erste grosse Einwanderungswelle fand um 1830 statt, nachdem die Revolutionsbewegung in den Nachbarländern niedergeschlagen worden war. Die zweite folgte 1848, nachdem weitere Revolutionsversuche gescheitert waren. Viele Flüchtlinge aus Deutschland fanden eine Stelle als Lehrer auf allen Stufen. Die ersten Lehrstühle der 1833 gegründeten Zürcher Universität wurden von deutschen Einwanderern besetzt.
Andere Einwanderer brachten neues Wissen aus den Bereichen Unternehmertum und Industrie in die Schweiz.
Viele weitere Immigranten waren begehrte Arbeitskräfte für die grossen Projekte wie der Bau des Eisenbahntunnels durch den Gotthard.
"Außerdem ist es schrecklich, wie es in Zürich von Gelehrten und Literaten wimmelt und man hört fast mehr hochdeutsch, französisch u italienisch sprechen, als unser altes Schweizerdeutsch, was früher gar nicht so gewesen ist. Doch lassen wir uns nicht unterkriegen; bereits hat mit den ersten Frühlingstagen das nationale Festleben wieder begonnen und wird bis zum Herbst sein Wesen treiben."
Gottfried Keller (1819-90), Briefwechsel, Keller an Ludmilla Assing in Berlin, 21.4.1856
