Bildung
Bereits vor 1848 hatten sich die Liberalen für eine Ausbildung, die allen zugänglich war, eingesetzt. Die meisten Gemeinden betrieben bereits im Jahr 1830 Primarschulen, obwohl diese Einrichtungen auf Widerstand stiessen. Gegen die Schulen waren Eltern und Unternehmer, welche die Kinder lieber bei der Arbeit als in der Schule sahen und die Kirche (sowohl die protestantische als auch die katholische), weil sie jeder weltlichen Ausbildung misstraute.
Seit der Verfassung von 1874 werden die Schulen, deren Besuch für alle Kinder obligatorisch ist, von den Kantonen und ohne Einmischung der Kirchen verwaltet. Versuche, ein national einheitliches Schulsystem zu errichten, scheiterten bisher am Widerstand der Kantone.
Auch betreffend höhere Ausbildung kam es zu Unstimmigkeiten. Die Radikalen wollten eine nationale Universität gründen, welche u.a. ein Nationalbewusstsein radikaler Gesinnung fördern würde.
Opposition kam sowohl von den Konservativen als auch aus der französischsprachigen Schweiz. Erstere sahen in der Forderung der Radikalen eine pure Provokation, letztere befürchteten, dass die französische Sprache an einer solchen Universität viel zu kurz kommen würde. Als Kompromiss wurde 1855 das Polytechnikum in Zürich gegründet (heute: Eidgenössisch Technische Hochschule Zürich ETHZ), das bis 1969 die einzige nationale Universität blieb.
"Volksbildung ist Volksbefreiung"
Slogan der Liberalen während der Helvetischen Republik
Externe Links
- Das Polytechnikum als bundesstaatliches Nischenprodukt Eidgenössische Technische Hochschule Zürich
