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Bruder Klaus, Portrait in der Einsiedlerei Flüeli-Ranft, Kanton Obwalden (in neuem Fenster)

Bruder Klaus, Portrait in der Einsiedlerei Flüeli-Ranft, Kanton Obwalden.© julia slater / swissworld.org

'Der Bundesschwur zu Stans' im Sitzungszimmer des Berner Grossen Rates (in neuem Fenster)

'Der Bundesschwur zu Stans'. Aus einem Gemäldezyklus von Humbert Marechet, gemalt 1586 für das Sitzungszimmer des Berner Grossen Rates.© Bern Historical Museum

Die Ausdehnung der Eidgenossenschaft geschah nicht reibungslos. Der gemeinsame Feind Österreich hielt die Mitglieder zwar zusammen, aber sobald die Gefahr von aussen kleiner wurde, wuchs der Individualismus der einzelnen Kantone. Im 15. Jhd. drohte die Eidgenossenschaft zweimal auseinander zu brechen.

Zürich gegen den Rest der Eidgenossenschaft

Nach dem Tod des letzten Grafen von Toggenburg 1436 stritten sich Zürich und Schwyz über dessen Erbe. Zürich weigerte sich, das Urteil eines Schiedsgerichts zu akzeptieren und bat Österreich um Unterstützung.

Für diese Unterstützung trat es an Österreich sogar einen Teil seines Territoriums ab. 1444 überzeugte Österreich französische Söldner, auf der Seite Zürichs zu kämpfen. Diese französische Armee besiegte die Eidgenossen in der Schlacht von St. Jakob an der Birs.

Erst 1450 kam es zu einem Friedensabkommen: Zürich löste sein Bündnis mit Österreich auf und versprach, künftig auf solche Allianzen zu verzichten.

Stadt gegen Land

Eine weitere Bedrohung für die Eidgenossenschaft waren die gärenden politischen und sozialen Spannungen.

Die einzelnen Mitglieder der Eidgenossenschaft hatten immer das Recht gehabt, eigene Bündnisse zu schliessen. Nach dem Burgunderkrieg von 1477 schlossen die städtischen Mitglieder jedoch so viele Allianzen mit anderen Städten, dass die Landkantone das Gleichgewicht zwischen städtischen und ländlichen Mitgliedern gefährdet sahen.

Gegen den Wunsch der Stadtkantone, die zugewandten Städte Solothurn und Freiburg als Vollmitglieder in die Eidgenossenschaft aufzunehmen, opponierten die Landkantone vehement.

1481 wurde am Konzil von Stans - unter der Vermittlung des Eremiten Niklaus von der Flüeh (Bruder Klaus) - schliesslich ein Kompromiss gefunden, der u.a. die Aufnahme von Solothurn und Freiburg als Vollmitglieder ermöglichte.

"Der Dauphin verbot aber auch dem ganzen Heer, die verwundeten Eidgenossen, die noch auf der Walstatt, lagen, zu beschimpfen, und er teilte am Morgen früh den Baslern mit, dass sie die toten Eidgenossen begraben dürften, wie es bei ihnen der Brauch sei. (…) Die Eidgenossen seien ihrer Tapferkeit wegen eines Begräbnisses würdig. Er gestattete auch, die Verwundeten, die man vielleicht noch fände, in die Stadt zu führen und sie zu pflegen.(...)Unter den Verwundeten war einer aus Glarus. Ausser ihm hatte kein Glarner überlebt. Er hatte sieben grosse Wunden und Stiche, Er wurde in Basel ärztlich verpflegt und wurde später Landammann zu Glarus. Von den Unterwaldnern kam kein einziger davon. Von Schwyz blieb einer am Leben. Da er nicht verwundet war, wurde er in Schwyz sein Leben lang verachtet."

Aus der Chronik des Aegidius Tschudi

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