Veränderungen der Parteienlandschaft
Als in den 1930er Jahren radikale Parteien das demokratische System zu bedrohen begannen, rauften sich die demokratisch gesinnten Parteien zusammen. Anstatt der Konfrontation suchten sie nun den Dialog, um die Demokratie zu retten. Die äussere Bedrohung ebnete auch den Weg zur Verständigung zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. 1937 wurde der Klassenkampf in einem Friedensabkommen zur Sozialpartnerschaft.
Die Sozialdemokraten näherten sich der politischen Mitte an und vollzogen beispielsweise in der Landesverteidigung eine Kehrtwende. Im Gegenzug akzeptierte der Bürgerblock die Sozialdemokraten als legitime linke Oppositionspartei. Die erfolgreiche Volksabstimmung über die Bundesfinanzreform von 1938 bewies erstmals die Handlungsfähigkeit einer breiten Koalition von Parteien und Verbänden.
1943 wurde mit Ernst Nobs der erste Sozialdemokrat in den Bundesrat gewählt. Seit 1959 werden die Sitze im Bundesrat gemäss "Zauberformel" verteilt: Je zwei Vertreter/-innen der Sozialdemokratischen Partei (SP), der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP) und der Christlichdemokratischen Volkspartei (CVP), ein Sitz für die Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei (BGB, heute Schweizerische Volkspartei SVP).
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verloren die Zentrumsparteien (FDP und CVP) immer mehr Unterstützung in der Bevölkerung. Bei den Parlamentswahlen von 1995 wurde die SP erstmals zur stärksten Partei des Landes. 2003 wurde sie von der SVP)überholt, während die Zentrumsparteien weitere Wähleranteile verloren.
Als Konsequenz aus diesen Wahlergebnissen gewann die SVP bei den Bundesratswahlen im Dezember 2003 - auf Kosten der CVP - einen zweiten Sitz in der Regierung.
Externe Links
- Dossier Bundesratswahlen 2003 swissinfo
- Bundesratswahlen vom 10. Dezember 2003 Das Schweizer Parlament
