Jugendunruhen der 1980er Jahre
Im Frühling 1980 kam es in der Schweiz - fast gleichzeitig wie in den Niederlanden und in Deutschland - nach den weltweiten Protestbewegungen Ende der 1960er Jahre erneut zu Jugendunruhen.
Im Mai 1980 organisierte die Aktionsgruppe Rote Fabrik in Zürich eine Demonstration gegen den vom Stadtparlament beschlossenen Kredit zum Umbau des Opernhauses ("gegen eine einseitige bürgerliche Kulturpolitik"). Als die Polizei auftauchte, schlug der verbale Protest in rohe Gewalt um. Die Zürcher Protestbewegung kämpfte während fast zwei Jahren, teilweise unterstützt von linken Parteien, Intellektuellen und Künstlern, für selbstbestimmte Freiräume ausserhalb der staatlichen Strukturen.
Die Zürcher "Bewegung" forderte ein Autonomes Jugendzentrum (AJZ) und fand Nachahmer in anderen Schweizer Städten. Auch in Lausanne, Basel, Bern, St. Gallen, Winterthur und Luzern kam es bis Ende der 1980er Jahre immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Behörden, Polizei und Demonstranten.
Von der 1980er Bewegung gingen zahlreiche Impulse aus; sie sensibilisierte die Gesellschaft für Anliegen der Jugendlichen und förderte den Aufbau von unabhängigen Medien- und Kulturprojekten. Die Alternativkultur ist inzwischen offiziell anerkannt und lebendig, neue Lebens- und Wohnformen werden weitgehend akzeptiert.
Externe Links
- Die Jugend revoltiert ideesuisse - Audiovisuelles Archiv der SRG SSR
- Die Achtziger Bewegung Schweizerisches Sozialarchiv