Die Schweizer Wirtschaft im Zweiten Weltkrieg
Die Haager Konvention von 1907 erlaubt es neutralen Staaten, freien Handel mit den kriegführenden Parteien zu treiben – dazu gehört auch der Export von Waffen.
Deutschland war bereits vor dem Krieg einer der wichtigsten Handelpartner der Schweiz. In den Jahren 1939-1944 stiegen die Exportzahlen Richtung Deutschland markant an. Der Handel mit den Alliierten machte nur gerade einen Drittel des Handels mit Deutschland aus.
Von 1940-1942 gingen 45% aller Exportgüter an die beiden Achsenmächte (Deutschland und Italien). Den grössten Anteil machten dabei Maschinen, Erzeugnisse aus Eisen und Stahl, Werkzeug, Apparate, Fahrzeuge und chemische Produkte aus, also Güter, die zumindest teilweise für die Kriegsführung verwendet werden konnten.
Die Schweiz importierte jedoch auch Waren aus Deutschland. Dazu gehörten u.a. Kohle, Erdölerzeugnisse und Rohstoffe für die Fabriken sowie Nahrungsmittel – also auch alles Güter, welche Deutschland selbst gut hätte gebrauchen können.
Jede Kriegspartei war über den Handel der Schweiz mit der anderen Seite informiert und damit einverstanden.
Als 1944 die Kommunikation mit den Alliierten besser wurde – vor allem nachdem die ersten Amerikaner die Schweizer Grenze erreicht hatten - reduzierte die Schweiz den Handel mit Deutschland. Weiterhin erlaubte sie jedoch den Transport von nicht militärischen Gütern von Deutschland nach Italien durch die Schweiz und umgekehrt.
Als neutrales Finanzzentrum tätigte die Schweiz sowohl mit den Alliierten als auch mit den Achsenmächte Geschäfte. Beide Seiten verkauften z.B. Gold an die Schweiz.
Externe Links
- Gold, Geld und Waffen: Studie der UEK swissinfo (2002)

