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Die Schweiz und der Faschismus

Die erste faschistische Regierung kam 1922 in Italien an die Macht. Wie in den meisten europäischen Ländern bildeten sich in den 1930-er Jahren auch in den Schweizer Kantonen rechtsgerichtete „Fronten“. Diese Fronten wurden von Angehörigen der selbstständig erwerbenden Mittelschicht und von Bauern unterstützt. Die Anführer waren meist junge Intellektuelle.

Die Ideologie der Fronten basierte auf den folgenden Punkten:

Autokratie:
Die Frontisten bevorzugten eine autokratische Regierung, welche die parlamentarische Demokratie abschaffen würde.

Korporativismus:
Der Kapitalismus sollte durch Korporativismus abgelöst werden. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten in Korporationen zusammen arbeiten und so ihre Konflikte lösen.

Nationalismus:
Die Frontisten waren höchst nationalistisch eingestellt und lehnten alles „Internationale“ (wie Kommunismus, Freimaurertum, Pazifismus, Judentum etc.) ab.

Anfänglich sahen einige konservative Parteien in den Frontisten Verbündete in ihrem Kampf gegen den Sozialismus. Die Frontisten konnten jedoch nie auf breite Unterstützung in der Bevölkerung zählen, da sie mit ihrer unzimperlichen Taktik viele Menschen befremdeten.

Eine Initiative der Frontisten, die mittels Verfassungsänderung ihr politisches Programm durchsetzen wollte, wurde 1935 von mehr als 70% der Stimmbürger abgelehnt.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs hatten sich verschiedene Meinungsgruppen gebildet. Einige sympathisierten mit der neuen Ordnung der Nationalsozialisten, wobei es in dieser Gruppe zwei Lager gab: während einige dem Deutschen Reich beitreten wollten, tendierten andere eher Richtung Zusammenarbeit mit einem allenfalls siegreichen Deutschland.

Andere Gruppierungen befürworteten den Widerstand gegen totalitäre Regimes und die Verteidigung demokratischer Rechte.