Offizielles Schweizer Informationsportal

Your Gateway to Switzerland

Geschichte

Die Flüchtlingspolitik im Zweiten Weltkrieg

Flüchtlinge aus Frankreich in einer Empfangsstelle im Jura, 1940. (in neuem Fenster)

Flüchtlinge aus Frankreich in einer Empfangsstelle im Jura, 1940.© Theo Frey / Federal Archives Bern

Armeeangehörige

Gemäss Haager Konvention mussten Soldaten aller Kriegsparteien, die – aus welchem Grund auch immer - in ein neutrales Land flohen, interniert werden. Sie hatten also keine Möglichkeit, sich frei zu bewegen.

Diese Internierten wurden meistens als Arbeitskräfte in der Landwirtschaft oder auf dem Bau eingesetzt und ersetzten so die Schweizer Männer, die an den Grenzen Aktivdienst leisteten.Insgesamt lebten während des Kriegs über 100'000 geflohene Soldaten in der Schweiz. Die erste Gruppe militärischer Flüchtlinge setzte sich aus französischen und polnischen Soldaten zusammen, die nach dem Einmarsch der Deutschen in Frankreich im Juni 1940 in die Schweiz gekommen waren. Weitere Internierte waren geflohene Kriegsgefangene, Deserteure und Verletzte.

Zivilpersonen

Nach der Machtergreifung der Nazis in Deutschland flohen bis zum Herbst 1933 rund 2000 Flüchtlinge (vorwiegend Juden und Intellektuelle) aus Deutschland in die Schweiz, Ende 1938 waren es bereits 10'000.

Insgesamt beherbergte die Schweiz über 180'000 zivile Flüchtlinge, wovon 55'018 erwachsene Zivilflüchtlinge, 59'785 Kinder in befristeten Erholungsaufenthalten und 66'549 so genannte Grenzflüchtlinge, die sich nur kurz in der Schweiz aufhielten, waren.

Genau zu der Zeit, als Deutschland mit der Deportation von Juden aus Frankreich begonnen hatte (im August 1942) kündigte die Schweiz an, sie werde die Grenzen schliessen. Dies löste im ganzen Land heftige Proteste aus, weshalb die Regierung ihren Entscheid etwas milderte (kranke Menschen, schwangere Frauen, ältere Menschen über 65 und Kinder durften nicht zurückgewiesen werden).