Offizielles Schweizer Informationsportal

Your Gateway to Switzerland

Die französische Revolution

Das Löwendenkmal in Luzern (in neuem Fenster)

Das Löwendenkmal in Luzern wurde 1820-21 zu Ehren der Schweizer Gardisten, die bei dem Sturm auf die Tuilerien ums Leben kamen, errichtet und ist heute eine Touristenattraktion. Das Denkmal wurde von verschiedenen europäischen Königshäusern mitfinanziert. Nicht alle waren damals davon begeistert, dass für Schweizer im Dienste einer fremden Monarchie ein Denkmal errichtet wurde. Einige Liberale planten sogar, aus Protest dem Löwen ein Pfote abzusägen.© www.picswiss

Die Französische Revolution und die darauf folgenden Napoleonischen Kriege änderten das Gesicht Europas. Für die Schweiz bedeutete Napoleons Einmarsch einen historischen Wendepunkt.

Frankreich und die Schweiz pflegten bereits seit dem 16. Jhd. eine enge Beziehung. Viele Schweizer Kantone entsandten regelmässig Söldner in die Dienste des französischen Königs.

Beim Sturm auf die Tuilerien im August 1792 starben viele Schweizer Gardisten beim Versuch, die aufgebrachte Menge am Eindringen in den Palast zu hindern. Das Massaker löste in der Schweiz grosse Bestürzung aus. Zu Ehren der gefallenen Schweizer Gardisten wurde in Luzern eine Denkstätte errichtet (Löwendenkmal).

Die Schweiz war jedoch nicht nur durch Soldaten in Frankreich vertreten. Das kulturelle Zentrum Paris lockte auch viele Zivilisten, die schliesslich vom revolutionären Gedankengut beeinflusst wurden.

Der bekannteste Schweizer Revolutionär in Frankreich war der Neuenburger Jean-Paul Marat (1743-1793), der seit 1777 in Paris lebte. Er gründete die revolutionäre Zeitung ‚L’Ami du peuple’ (der Volksfreund) und war ein Mitglied des Pariser Nationalkonvents, der 1793 die Hinrichtung des Königs beschloss. Marat wurde im Juli 1793 ermordet.

Es kamen verschiedene Personen und sagten, dass schon viele Leute auf dem Platz vor den Tuilerien versammelt seien. (…) Bald darauf kam die Nachricht, dass die Schweizer auf den Pöbel Feuer gegeben hätten und dass der Kampf angefangen habe.(...).Die Frauen im Hause waren unsere Boten. Sie brachten uns die Neuigkeiten.(…) Eine Frau berichtete, das Königsschloss sei in Flammen.(…) Nun kommt meine Frau von der Markthalle zurück und erzählt, dass man die zerstückelten Körper der Schweizer in den Strassen herumschleppe. Jedesmal, wenn man mit einem Stück von einem ermordeten Schweizer Gardisten vorbeiging, hörte ich rufen und schreien: „Hoho, bravo, bravo!“.

Aus einem Brief, den der Schweizer Offiziers J.B.Good am 3. September 1792 an seine Brüder und Schwestern sandte.