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Graubünden im Dreissigjährigen Krieg

Graubünden, das damals noch kein Vollmitglied der Eidgenossenschaft sondern ein zugewandter Ort war, war vom Dreissigjährigen Krieg stark betroffen. Dies nicht zuletzt wegen seiner geographischen Lage, der Verwaltungsstruktur und der religiösen Zusammensetzung.

Alle Kriegsparteien wollten die Verbindung zwischen Österreich und Norditalien (beide im Besitz der Habsburger) beherrschen. Dazu gehörten auch die im Bündnerland liegenden Alpenpässe. Wer die Alpenpässe kontrollierte konnte über die Truppenverschiebungen auf der Nord-Süd-Achse bestimmen.

Graubünden bestand zur Zeit des Dreissigjährigen Kriegs aus einer lockeren Föderation von drei Bünden, was das ganze Gebiet verletzlich machte für Angriffe von aussen.

Zusätzlich war das Bündnerland entlang der konfessionellen Grenzen aufgeteilt. Das Veltlin im Süden war vorwiegend katholisch und wehrte sich gegen die protestantische Übermacht der anderen Gebiete. Beim so genannten "Veltliner Mord" von 1620 massakrierten Katholiken aus dem Veltlin – mit Unterstützung von spanischen Soldaten – viele ihrer protestantischen Nachbarn.

Dieses Ereignis löste Interventionen der Grossmächte aus, worauf das Veltlin von verschiedenen Mächten regiert wurde. Einer der bekanntesten lokalen Herrscher über das Veltlin war der protestantische Pfarrer Jörg [Georg] Jenatsch (1596–1639). Gemeinsam mit französischen Truppen vertrieb er die Österreicher aus dem Veltlin. Als er jedoch realisierte, dass die Franzosen die Oberherrschaft über das Veltlin behalten wollten, konvertierte Jenatsch zum Katholizismus und schloss mit den Habsburgern ein Bündnis zur Vertreibung der Franzosen. Jenatsch wurde 1639 ermordet, sein Ziel, das Veltlin für das Bündnerland zu erhalten, konnte er jedoch umsetzen.