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Standardsprachen und Dialekte

Achtung Weiderost. Das französische Wort 'Bovi-stop', kennt man nur in der französisch- sprachigen Schweiz, nicht jedoch in Frankreich. (in neuem Fenster)

Achtung Weiderost. Das französische Wort 'Bovi-stop', kennt man nur in der französisch- sprachigen Schweiz, nicht jedoch in Frankreich.© julia slater / swissworld.org

Achtung Kinder. Das Schild ist in Rumantsch Grischun geschrieben, der Sprache, die einen Kompromiss zwischen den fünf rätoromanischen Sprachen darstellt. (in neuem Fenster)

Achtung Kinder. Das Schild ist in Rumantsch Grischun geschrieben, der Sprache, die einen Kompromiss zwischen den fünf rätoromanischen Sprachen darstellt.© julia slater / swissworld.org

Die vier Sprachen der Schweiz sind keineswegs völlig homogene Gebilde, sondern weisen eine Fülle von Varianten auf. Neben den Standardsprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch) gibt es auch lokale Dialekte, sogenannte Mundarten.

Deutsch

Die Dialekte, die in der Deutschschweiz gesprochen werden, unterscheiden sich zum Teil erheblich von der deutschen Standardsprache, dem so genannten Hochdeutsch. Die deutschsprachigen Schweizer/-innen sprechen Schweizerdeutsch, das nicht als Standardsprache existiert sondern durch verschiedene Dialekte repräsentiert wird: so gibt es neben dem Berndeutschen, Baseldeutschen, Zürichdeutschen und Walliserdeutschen noch viele weitere kantonale und sogar regionale Dialekte.

Die Deutschschweizer/-innen verstehen im Allgemeinen die Dialekte aus anderen Regionen. Natürlich hat jeder Dialekt auch seine spezifischen Ausdrücke, die 'unkundige' Landsleute kaum verstehen, für die allgemeine Verständigung unter den Deutschschweizer/-innen führt dies jedoch kaum zu Problemen. Am schwersten verständlich sind Dialekte aus Bergregionen wie zum Beispiel den Walliser Tälern. Mit etwas gutem Willen seitens der Sprechenden und Zuhörenden und etwas Übung im Umgang mit verschiedenen Dialekten ist jedoch auch das Walliserdeutsch zu verstehen.

Die Verständlichkeit hat keinen Einfluss auf die Beliebtheit der Dialekte: so wurde gemäss einer Umfrage aus dem Jahr 2002 der Walliserdialekt von 20% der Befragten als beliebtester Dialekt angegeben. Noch beliebter war Berndeutsch (27%), während der Zürcher Dialekt nur gerade von 10% der Befragten als Lieblingsdialekt genannt wurde.

Die Schriftsprache in der deutschen Schweiz ist Hochdeutsch - eigentlich die erste Fremdsprache, welche die Kinder in der Schule lernen. Zeitungen, Zeitschriften und die meisten Bücher sind Hochdeutsch geschrieben; es gibt relativ wenig Schweizer Literatur, die in einem der Schweizer Dialekte geschrieben ist. Es gibt keine eigenständige deutschschweizerische Schriftsprache - vermutlich ist dies auch eine Folge der verschiedenen Dialekte. Wer 'nur' Hochdeutsch versteht und versucht, auch Schweizerdeutsch zu verstehen, wird am Anfang Mühe haben: nicht nur die Aussprache ist anders, auch Grammatik und Wortschatz unterscheiden sich vom Hochdeutschen.

Es gibt jedoch auch regionale Färbungen im Hochdeutschen, das in der Schweiz verwendet wird. Eine unmissverständliche Kommunikation mit Deutschsprachigen aus anderen Ländern ist also auch dann nicht zu 100 Prozent garantiert, wenn die Schweizer/-innen Hochdeutsch sprechen.

Französisch

In der französischsprachigen Schweiz (Romandie) werden die Dialekte (patois) kaum mehr gesprochen. Hier wird mehr oder weniger das selbe Französisch gesprochen und geschrieben wie in Frankreich, auch wenn an der Aussprache und einigen speziellen Ausdrücke erkennbar ist, dass es sich um ein 'schweizerisches' und nicht um ein 'französisches' Französisch handelt.

Italienisch

In der italienischsprachigen Schweiz sind die Dialekte erhalten geblieben. Das Standarditalienisch wird als Schriftsprache und in der Öffentlichkeit verwendet, während im privaten Bereich die Dialekte dominieren.

Rätoromanisch

Das Rätoromanische, das von einer verschwindend kleinen Minderheit gesprochen wird, kennt fünf verschiedene Sprachen, die auch je über eine Schriftsprache verfügen. Als Kompromiss zwischen diesen Sprachen wurde 1982 mit dem Rumantsch Grischun eine künstliche Standardsprache geschaffen, die vor allem für amtliche Zwecke verwendet wird. In den Medien oder in literarischen Werken leben die einzelnen Sprachen - dies sind je nach Region Sursilvan, Sutsilvan, Surmiran, Puter oder Vallader - jedoch weiter.

Die Interessen der rätoromanischen Sprachen werden von deren Dachorganisation, der Lia Rumantscha, wahrgenommen.

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