Protestantismus
Zwei Persönlichkeiten, welche den Protestantismus entscheidend mitprägten, lebten in der Schweiz: Jean Calvin (Genf) und Ulrich Zwingli (Zürich). Für die neue Religion waren vor allem die wohlhabenderen bäuerlichen Kantone und einige Städte empfänglich. Genf wurde zu einem Zentrum des Protestantismus und zu einem Zufluchtsort für Flüchtlinge aus katholischen Ländern. Diese Flüchtlinge leisteten einen wichtigen Beitrag zur intellektuellen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt.
Für die Protestanten waren Vernunft und harte Arbeit wichtige Werte. Ausserdem betrachteten sie Wohlstand als eine Belohnung Gottes. Diese Einstellung prägte den Aufbau der modernen Schweiz entscheidend mit.
Die Autoren der Verfassung von 1848, die den Grundstein für den Schweizer Staat in seiner heutigen Form legten, waren Protestanten. Für die Entwicklung einer industrialisierten Wirtschaft brauchte es eine etwas zentralisiertere Staatsform als bisher. Unter anderem wurde für das ganze Land eine Einheitswährung eingeführt und Handelsbeschränkungen zwischen den einzelnen Regionen aufgehoben.