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Eine Visiteurin der Schweizerischen Bundesbahnen kontrolliert die Räder eines Güterzuges (in neuem Fenster)

Eine Visiteurin der Schweizerischen Bundesbahnen SBB überprüft die Räder eines Bahnwagens. Die SBB wollen auch in den technischen Berufen vermehrt Frauen ausbilden. Die erste Lokomotivführerin nahm 1991 ihre Arbeit auf. Bis im Jahr 2006 waren bei den SBB 30 Lokführerinnen tätig.© Foto SBB

Es gibt zwar immer mehr Frauen, die eine gute Ausbildung absolvieren - 2003 waren 53% der Studierenden Frauen - in leitenden Positionen sind sie jedoch nach wie vor selten anzutreffen. Dies ist unter anderem eine Folge der Anpassung an die familiäre Situation. Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Frauen (und nur gerade 10 Prozent der Männer) arbeiten teilzeit, was die Karrierechancen erheblich mindert. Frauen verdienen häufig weniger als Männer. Der (auf 40 Wochenstunden) standardisierte monatliche Bruttolohn der Frauen war 2002 durchschnittlich 21% tiefer als derjenige der Männer.

Lange Zeit war auch die soziale Sicherheit der erwerbstätigen Mütter nur sehr ungenügend geregelt. Eine obligatorische Mutterschaftsversicherung ist erst seit dem 1. Juli 2005 in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt erhalten erwerbstätige Mütter während 14 Wochen nach der Geburt eines Kindes 80% ihres Lohns ausbezahlt. Zuvor waren die Arbeitgeber zu keinen Zahlungen verpflichtet. Nur wer Glück hatte und in einem sozial fortschrittlichen Betrieb arbeitete, erhielt auch während des Mutterschaftsurlaubs einen Teil des Lohns ausbezahlt (in der Regel maximal vier Monate).

Ein Problem sind auch die fehlenden Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Die Plätze in städtischen Krippen, welche ihre Tarife dem Einkommen der Mütter/Eltern anpassen, sind rar und private Krippenplätze können sich viele kaum leisten. Seit Kurzem setzt sich die Wirtschaft für eine familienfreundliche Politik ein, da sie auf gut qualifizierte Arbeitskräfte angewiesen ist. Dementsprechend interessiert sich neuerdings auch der Arbeitgeberverband für die Schaffung neuer Krippenplätze und die Einführung arbeitsfreundlicherer Unterrichtszeiten an den Schulen ein.

Familien- und Hausarbeit ist noch immer hauptsächlich Frauensache. Durchschnittlich investieren Frauen doppelt so viel Zeit in Haus- und Familienarbeiten wie Männer. Für berufstätige Familienfrauen bedeutet dies, dass sie ausserhalb der Erwerbstätigkeit weniger Zeit und Energie für Weiterbildung oder andere ausserfamiliäre Interessen haben als Familienmänner.