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Frühere Auswanderer

Die Schweiz war nicht immer ein reiches Land. Vor dem zweiten Weltkrieg gab es mehr Schweizerinnen und Schweizer, die ihre Heimat verliessen, als Ausländerinnen und Ausländer, die einwanderten. Die meisten Emigranten flohen vor der Armut. Zwischen 1400 und 1848 verdienten viele Schweizer ihren Lebensunterhalt als Söldner in fremden Armeen. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Käser nach Russland aus. So hat der Tilsiterkäse seinen Namen von der ostpreussischen Stadt Tilsit erhalten, in der er von einem Schweizer Käser kreiert wurde.

Zu Beginn des 16. Jahrhunderts flüchteten auch einige Schweizerinnen und Schweizer aus religiösen Gründen. So sind zum Beispiel die Amischen in den USA Nachfahren von aus der Schweiz ausgewanderten Angehörigen dieser religiösen Bewegung.

Zwischen 1850 und 1914 verliessen rund 400'000 Schweizer Bürgerinnen und Bürger ihre Heimat. An einigen Orten in Nord- und Südamerika wurden sogar Schweizer Kolonien gegründet, die oft die Namen der Heimatorte von Ausgewanderten erhielten. In den USA gibt es 16 Städte und Dörfer, die den Namen 'Lucerne' tragen.

  • Der Schokoladehersteller Milton Hershey (1857-1945) war ein Nachfahre von Schweizer Mennoniten. Es ist nicht ganz klar, aus welcher Gegend seine Vorfahren stammten, wahrscheinlich jedoch aus dem Appenzell, von wo im frühen 18. Jahrhundert mehrere Mitglieder der Familie Hershey (Hirschi) nach Pennsylvania ausgewandert waren.
  • Der Gründer der Amischen Gemeinschaft war der Schweizer Jakob Ammann. Ammann trat 1693 aus der mennonitischen Gemeinschaft aus, weil die Mennoniten, seiner Ansicht nach die Bibel nicht streng genug interpretierten. Bevor Ammann mit seinen Getreuen nach Amerika floh, versteckte er sich in den Schweizer Bergen.

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